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Dormagen
Unternehmer loben Standort Dormagen

Dormagen: Unternehmer loben Standort Dormagen
Bürgermeister Erik Lierenfeld (l.) und Jörg Lennart stellen die Ergebnisse der Unternehmensbefragung vor. FOTO: anja tinter
Dormagen. Stadt legt Befragung und Analyse durch Unternehmensberatung zur neuen Struktur der Wirtschaftsförderung vor. Von Klaus D. Schumilas

Die deutliche Mehrheit der Dormagener Unternehmen fühlt sich an ihrem Wirtschaftsstandort wohl: 84 Prozent gaben dies in der Befragung der Unternehmensberatung ExperConsult (Dortmund) an und betonten, dass der Standort Dormagen wettbewerbsfähig sei. Geschäftsführer Jörg Lennart stellte gestern mit Bürgermeister Erik Lierenfeld, Wirtschaftsförderin Gabriele Böse und Rüdiger Westerheide als Vertreter der politischen Arbeitsgruppe die Ergebnisse vor. Diese sind die entscheidende Grundlage dafür, in welcher Rechtsform die bislang städtische Wirtschaftsförderung künftig aufgestellt wird. Lierenfeld zeigte sich recht zufrieden: "Die Ergebnisse zeigen, dass wir in Dormagen schon gut aufgestellt sind, aber wir wollen noch besser werden."

Im November sind 478 Unternehmen angeschrieben worden, 111 beteiligten sich (23 Prozent). "Eine gute Quote", so Lennart, der aber auch die Unternehmen kritisierte, die nicht mitmachten: "Über Dormagen moppern, ja. Aber keine zehn Minuten Zeit haben, wenn der Bürgermeister darum bittet, einen Fragebogen auszufüllen und damit auch etwas für die Stadt zu tun." Die, die mitmachten, sprechen dem Wirtschaftsstandort Dormagen gute Noten aus: 97 Prozent würden ihn weiterempfehlen, darunter 47 Prozent ohne jeden Vorbehalt. 84 Prozent fühlen sich hier wohl.

Aber es gibt auch Handlungsbedarf für Verwaltung und Politik: Denn 34 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sie einen Bedarf nach weiteren Flächen haben, um sich zu erweitern. "Da muss es Unterstützung durch die Politik geben", fordern sie laut des Unternehmensberaters. Bedarf reklamieren sie auch bei Fachkräften. Dort sieht Wirtschaftsförderin Böse ein wichtiges Handlungsfeld für die Verwaltung, trotz aller bestehenden, unterstützenden Projekten. Einen klaren Handlungsauftrag geben die Unternehmen auch in Sachen Internet. Die Datengeschwindigkeit ist in Teilen der Stadt zu gering, auch die Gewerbesteuer ist ein Thema. Als Schwäche bezeichneten 18 Prozent das eher schlechte und langweilige Image der Stadt, 17 Prozent halten die Innenstadt für unattraktiv. In diese Richtung argumentierte Klaus Schmitz, Geschäftsführer der SVGD: "Im Bereich Tourismus sind wir erfolgreich, vielleicht ist dabei das Stadtmarketing etwas zu kurz gekommen. Dort brauchen wir dringend Unterstützung." Lierenfeld verwies darauf, dass er für einen Citymanager plädiert habe, "Politik und die City-Offensive CiDo haben das aber ein Stück weit zurückgenommen".

Unternehmensexperte Lennart hat im Rahmen der Standortanalyse auch einen Ranking zwischen Dormagen und den strukturell vergleichbaren Städten Ratingen, Grevenbroich, Hürth und Unna erstellt. Stärken Dormagens sind dort das gute Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche, eine hohe Bautätigkeit, rückläufige Arbeitslosenzahlen und die mit Abstand höchste Exportquote. Zu den Schwächen im Vergleich gehört die deutlich geringere Gewerbesteuereinnahme.

Quelle: NGZ
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