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Dormagen
Vegane Küche statt Gans und Forelle

Dormagen: Vegane Küche statt Gans und Forelle
Sonja Krekow in Aktion: Die Neusserin, die in Dormagen Lehrerin ist, ist eine überzeugte Vegan-Köchin. Auch an Weihnachten. FOTO: Andreas Woitschützke
Dormagen. Bei Sonja Krekow kommt auch bei diesem Weihnachtsfest weder Fleisch noch Fisch auf den Teller. Die Grundschullehrerin ist überzeugte Veganerin und präsentiert für die NGZ-Leser ein alternatives Weihnachtsmenü. Von Klaus D. Schumilas

Den Härtetest hat das Weihnachtsmenü, das Sonja Krekow den NGZ-Lesern ans Herz legt, bereits bestanden. Zu den Festtagen im vergangenen Jahr kamen ihre Eltern zu Besuch - beide überzeugte Fleischesser - die von ihrer Tochter ein fleischloses Festmenü serviert bekamen. "Mein Vater war sehr reserviert, weil es kein Fleisch gab, aber am Ende begeistert", sagt die 37-Jährige und lacht. Es klingt festlich und macht Appetit, wenn die Rede von Wintersalat, Braten mit Rotkohl, Klößen und Pflaumensoße die Rede ist. Dafür können sich die NGZ-Leser spontan entscheiden und das Rezept (siehe Info-Kasten) nachkochen. Der "Haken": Die Rede ist zwar von Braten, aber der wurde nicht aus einem Schwein oder Rind herausgeschnitten, sondern besteht aus Seitan, einem Produkt aus Weizeneiweiß. Es wurde ursprünglich von Zen-Buddhisten entwickelt und anstelle von Hühner- und Schweinefleisch verwendet. Am Ende zählen für Krekow das Ergebnis ("Es schmeckt toll", sagt Krekow), die Gesundheit und vor allem die Haltung. Bei der Neusserin, die an der Grundschule Burg Hackenbroich unterrichtet, ist die eindeutig an den Rechten von Tieren orientiert. Sie sagt salopp: "Die Menschen sollen ihre Pfoten von den Tieren halten."

Am vergangenen Samstag war die Düsseldorf Innenstadt proppevoll. Mittendrin war Sonja Krekow und eine ganze Reihe von Mitstreitern, die eine "vegane Ampelaktion" auf der "Kö" initiierten. "Immer wenn die Fußgängerampel grün zeigte, haben wir unsere Plakate hoch gehalten", erklärt sie. Damit, mit Flyern und Plakaten wollen sie über eine vegane Lebensweise informieren und auch über die Rechte von Tieren auf Unversehrtheit sprechen. Die junge Frau, die mit ihrem Mann Sisco und Hund Emma auf der Neusserfurth wohnt, ist seit 25 Jahren Vegetarierin. Vor zwei Jahren bekam sie, erzählt sie, von einem Arbeitskollegen ein Buch des Vegan-"Papst" Attila Hildmann geschenkt. Sie informierte sich durch Artikel auf Facebook und auf der dortigen Seite der Tierrechtsorganisation Peta, nahm am dortigen Kickstart-Vegan-Programm teil. "Es war ein Prozess für mich. Jetzt bin ich absolut überzeugt davon, dass es richtig ist, vegan zu leben." Das betrifft nicht nur die Umstellung der Ernährung auf Produkte ohne tierischen Ursprungs (also auch keine Eier, keine Kuhmilch). Das gilt beispielsweise auch für Kleidung. Der Pullover oder das Kleid aus Wolle ist tabu, ebenso die Jeans, wenn sie ein Leder-Patch hat. Schuhe sind jetzt aus Kunststoff, Stoff oder Kork. "Wir haben festgestellt, dass wir weniger konsumieren, achtsamer mit den Dingen umgehen und so auch nicht unbedingt mehr bezahlen", sagt Sonja Krekow. Natürlich gibt es noch nicht-Veganes in der Wohnung. "Aber alles Neue ist vegan."

Die Bezeichnung Aktivistin für Tierrechte lässt sie gelten. Zu Recht, denn die junge Frau ist inzwischen sehr aktiv. Neben der Demo am Samstag auf der "Kö" war sie bei weiteren Kampagnen mit dabei: So als es in Düsseldorf gegen Tierversuche ging, oder beim Protest gegen Tierversuche in einem Labor in Tübingen. Aber auch gegen Tiere im Zirkus oder gegen das Delfinarium im Duisburger Zoo. Ganz aktuell ist der Protest gegen die geplante Wiederaufnahme von Schlachtungen im Schlachthof im Barbaraviertel im Neusser Norden. Dort wird sie bei einer Mahnwache dabei sein. "Mir geht es neben dem Recht auf Unversehrtheit auch um eine artgerechte Haltung von Tieren." Zu ihrer Lebenshaltung gehört auch regelmäßiges Yoga und Training in einer Neusser Laufgruppe.

Das Menü von Sonja und Sisco Krekow für Heilig Abend steht fest: im Hauptgang Soja-Gyros mit Kartoffel-Spalten sowie Tzatziki aus Soja-Joghurt. Und auch für die Jack-Russel-Dame "Emma" gilt: Ihr Fressen ist ebenfalls vegan!

Quelle: NGZ
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