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Dormagen
Verband: Berufsfeuerwehr ist kein Muss

Dormagen: Verband: Berufsfeuerwehr ist kein Muss
FOTO: H. Jazyk
Dormagen. Nach der Abordnung von Feuerwehr-Chefin Sabine Voss diskutiert die Politik den Umbenennungsantrag. Der Geschäftsführer des Verbandes der Feuerwehren in NRW sieht keinen Vorteil in einer Berufsfeuerwehr. Von Carina Wernig

Heute geht es im Stadtrat ab 17.30 Uhr auch um die Umbenennung der Feuerwehr von Berufsfeuerwehr in eine "Freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichem Teil". Dieser Antrag von CDU, SPD, Zentrum und FDP hat angesichts der Mehrheitsverhältnisse große Aussicht auf Erfolg. "Damit wollen wir die Ehrenamtler in der Feuerwehr stärken", erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender André Heryschek.

Die bisherige Feuerwehr-Chefin Sabine Voss, die am Montag von der Verwaltungsspitze zum Hochwasserschutz abgeordnet wurde, hatte vehement für die Beibehaltung des seit Anfang 2013 geltenden Status der Berufsfeuerwehr gekämpft. In einer Stellungnahme an die Ratsmitglieder, die unser Redaktion vorliegt, zählt sie die Vorzüge auf und fordert die Ratsmitglieder auf: "Aus meiner fachlichen Sicht besteht nicht nur die Notwendigkeit, einseitig das Ehrenamt zu stärken, sondern ebenso das Hauptamt zu stärken bzw. wertzuschätzen, das jetzt über drei Jahre hinweg in exorbitanter Höhe Überstunden leistet und versucht, die Hilfsfristerreichungsgrade der Feuerwehr Dormagen zu verbessern." Die Umbenennung wäre eine Schwächung der Motivation der Hauptamtler. Voss sieht auch die Ehrenamtler durch eine Rückkehr zur Freiwilligen Feuerwehr geschwächt, da der Stadtbrandinspekteur dann weniger Rechte hätte. Zudem müsste die Stadt dann 2016 die Versicherungssumme von 15.000 Euro für die Ehrenamtlichen aufbringen. Auch die "Einsparung mittelständischer Unternehmen in der Feuerversicherungsprämie, die je nach Gefährdungspotenzial durchaus sechsstellige Euro-Beträge ausmachen können", fiele weg. Zudem sei es viel schwieriger, gute hauptamtliche Feuerwehrkräfte für eine Freiwillige Feuerwehr zu werben und zu behalten.

Dormagen: Das ist die Feuerwehrchefin Sabine Voss FOTO: Jazyk

Als "Geschmacksache und kein Muss" bezeichnete Christoph Schöneborn, Landesgeschäftsführer des Verbands der Feuerwehren in NRW, die Entscheidung für Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichem Teil: "Das ist eine reine Status-Frage, die im Gestaltungsrecht der Kommune liegt", erklärte er. Beide Systeme würden gut funktionieren. Er macht auf einen Haupt-Unterschied aufmerksam: "Bei einer Freiwilligen Feuerwehr mit ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften kann grundsätzlich Jeder jede Funktion übernehmen." Bei der Berufsfeuerwehr sei automatisch der Chef der Hauptamtlichen auch der der Ehrenamtler. Der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr müsse sich alle sechs Jahre einem Votum aller Feuerwehrkräfte stellen und vom Rat bestätigt werden. Der Leiter einer Berufsfeuerwehr werde vom Bürgermeister unbefristet bestellt, so Schöneborn. Das Argument, nur mit einer Berufsfeuerwehr noch Bewerber für das Hauptamt zu erhalten, nennt er "nicht sachlich, sondern rein emotional": Das hänge eher von der Qualität der Feuerwehr und der Führung ab. Dormagen sei mit Herten die kleinste Stadt in NRW mit einer Berufsfeuerwehr - größere Städte wie Neuss und Paderborn hätten auch keine Berufsfeuerwehr, "und denen geht auch das Personal nicht aus". Wichtig sei, dass alle so gut zusammenarbeiten, dass die Sicherheit der Menschen gewährleistet sei.

Quelle: NGZ
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