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Dormagen
Verschollenes Blum-Bild kehrt zurück

Dormagen. Jüdische Familie hinterließ Aquarell in den Niederlanden. Es gelangte auf Umwegen nach Dormagen.

Fast fünf Jahrzehnte nach dem Tod des Landschaftsmalers und Zonser Ehrenbürgers Theo Blum ist die Stadt Dormagen jetzt noch einmal in den Besitz eines seiner Gemälde gekommen. Es handelt sich um ein Aquarell aus dem Zyklus "Köln nach den Fliegerangriffen 1943", das die romanische Kirche St. Pantaleon zeigt. Der ungewöhnliche Weg des Bildes führte von einer jüdischen Familie über niederländische Hausbesitzer zum Kölner Stadtarchiv und dann weiter zu Hermann Kienle als Vorsitzendem des Fördervereins Denkmalschutz Stadt Zons. Kienle sorgte dafür, dass das Bild jetzt in die städtische Blum-Sammlung überführt werden konnte.

Kurz vor seinem Tod im Januar 1968 hatte Theo Blum der seinerzeitigen Stadt Zons seinen künstlerischen Nachlass vererbt. "Der Erhalt dieses Aquarells mit seiner besonderen Herkunftsgeschichte ist für uns ein Glücksfall", sagt Kienle.

Im Herbst 2013 schickte ein Niederländer das rund 40 Zentimeter hohe Gemälde an die Stadt Köln. Seine Eltern waren 1951 in ein Haus in Breda gezogen. Dort hatte vorher eine jüdische Familie aus Deutschland gelebt, die in die USA emigriert war. "Ob die Familie aus Köln stammte, konnte leider nicht festgestellt werden", so Kienle. Der Niederländer erbte das Aquarell von seinen Eltern und schickte es der Stadt Köln in der Hoffnung, dass sie einen würdigen Platz dafür finden würde. Die Recherchen des Stadtarchivs führten zu Kienle. An ihn und Kulturdezernentin Tanja Gaspers wurde das Bild nun von den beiden Archivmitarbeiterinnen Gisela Fleckenstein und Sabine Lehr übergeben. Zu erkennen sind darauf Trümmer und eingestürzte Wände vor der Kulisse des mittelalterlichen Gotteshauses. "Dieses Werk stellt für uns eine weitere spannende Facette im Schaffen Theo Blums dar", sagt Kulturdezernentin Gaspers.

Der Landschaftsmaler Theo Blum wurde 1883 in Mönchengladbach geboren. 1903 zog er nach Köln, wo er bis zu seinem Tod 1968 lebte. 1904 erfolgte die erste Begegnung mit Zons. Durch seine lebendige Gestaltungskraft in Zeichnungen, Radierungen und Gemälden half er, die Schönheiten der mittelalterlichen Zollfeste bekannt zu machen. Am 8. Juli 1932 wurde ihm die Zonser Ehrenbürgerschaft verliehen.

Quelle: NGZ
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