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Dormagen
Viel Beifall für die Oper "Pimpinone"

Dormagen. Zum Auftakt des Abends boten acht Herren Gesänge der "Berliner Liedertafel". Von Heide Oehmen

Im Jahre 1724 als "Pausenfüller" - wie seinerzeit üblich - für die fünfstündige Oper "Tamerlano" von Georg Friedrich Händel komponiert, galt "Pimpinone" schon bald als eine sehr beliebte Oper Georg Philipp Telemanns. Grund genug, sie im Rahmen des Festivals Alte Musik Knechtsteden, das in diesem Jahr den Titel "und die Moral von der Geschicht" trägt, einem begeistert mitgehenden Publikum in der gut besuchten Basilika vorzustellen. Es ist die häufig vertonte Geschichte vom alten, unansehnlichen, aber reichen Hagestolz (Christos Pelekanos alias Pimpinone), der sich in ein junges, sehr hübsches, armes, aber recht gewieftes Mädchen (Hannah Morrison in der Rolle der Vespetta) )verliebt, dieses nach einigem Hin und Her heiratet und zu spät dessen wahre Absicht erkennt, nämlich ihn um sein Geld zu bringen. "Was soll ich machen, ich bin in sie verliebt" ist sein kummervolles Schlusswort.

Die stimmlich und darstellerisch äußerst wandlungsfähige Sopranistin mit soubrettenhaftem Schönklang und unbegrenzter, nur im Forte manchmal zu scharfer Höhe und der trotz der relativ hoch liegenden Partie ganz ausgeglichen singende Bass-Bariton waren Idealbesetzungen für das vordergründig lustige, aber im Kern doch traurige Spiel, wie Thomas Höft in seiner einfühlsamen Moderation darlegte. Hermann Max und Mitglieder seines Orchesters "Das Kleine Konzert" - namentlich die in den zahlreichen Rezitativen sehr geforderte Continuogruppe - sekundierten engagiert, klangschön und punktgenau.

Am Beginn des Abends erfreuten acht ausgewählte Herren der "Rheinischen Kantorei", die Edzard Burchards umsichtig leitete, in vorbildlicher Homogenität mit Gesängen aus der Frühzeit der "Berliner Liedertafel", dem ersten Männerchor Deutschlands. Die Chorsätze Carl Friedrich Zelters, "An Mozart" von Giacomo Meyerbeer und vor allem die klanggesättigten Quartette von Felix Mendelssohn Bartholdy kündeten von der hohen Qualität dieser Institution, die das deutsche Männerchorwesen begründete.

Quelle: NGZ
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