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Dormagen
Viele Jobs auf wenig Fläche

Dormagen: Viele Jobs auf wenig Fläche
Das Feld am Kohnacker/Ernteweg (im Hintergrund die A 57-Brücken-Baustelle) gehört zu dem Bereich, das überplant wird. FOTO: Lothar Berns
Dormagen. Am Kohnacker und Wahler Berg kann es 16 Hektar neue Gewerbeflächen geben. Doch dort soll auch ein Grünzug angelegt werden. Von Klaus D. Schumilas

Die Einnahmesituation im Dormagener Haushalt verbessert sich in diesem Jahr, weil die Einnahmen aus dem Anteil an der Gewerbesteuer sich besser entwickeln als gedacht: 28 statt 22 Millionen Euro sollen es am Jahresende sein. Künftig könnte diese Kurve weiter nach oben zeigen, weil die Stadt deutliche Anstrengungen in der Entwicklung und bei der Bereitstellung von gewerblich-industriellen Flächen unternimmt.

Das wird in der kommenden Woche erneut deutlich, wenn die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses zwei Bebauungspläne auf den Weg bringen sollen: im Bereich des Kohnackers bei Delrath und am Wahler Berg an der B 9. Zusammengerechnet geht es um rund 16 Hektar, die bebaubar sind. Dabei droht am Kohnacker ein Konflikt, weil nur genau dort eine grüne Freiraumvernetzung vom Zonser Grind zum Balgheimer See möglich ist. Es soll dort ein Spagat gelingen zwischen Gewerbe und Natur. Die Vernetzung eines grünen Naturbandes von Ost nach West und mitten durch ein Gewerbegebiet.

"Die Nachfrage nach gewerblichen Grundstücken ist stark", bestätigt Planungsamtsleiter Gregor Nachtwey. Mit Euro Auctions und zwei Getränkefirmen sind am Kohnacker bereits starke Unternehmen angesiedelt, weitere sechs bis acht Hektar können dort und auf der anderen Seite der A 57 in Richtung Umspannwerk entwickelt werden. Oder auch nicht. Nachtwey sagt: "Es gibt einen Zielkonflikt." Der könnte solche Pläne durchkreuzen. Erst im September wurde ein "integriertes Entwicklungskonzept" verabschiedet.

Darin geht es auch um die Vernetzung von Freiräumen. Wie die Rheinlandschaft und das "Waldband" des Knechtstedener Waldes und Chorbuschs. Diese beiden Landschaftsformen werden von Ost nach West vom Zonser Grind über die Naturschutzgebiete im Bereich Martinsee/Wahler Berg und Balgheimer See verknüpft. Nachtwey: "Im Bereich Ernteweg/Kohnacker ist die einzig mögliche Querung über die Bahn und A 57." Zur Natur- käme auch eine Freizeitachse mit Fuß- und Radwegeverbindung. "Eine konkrete Planung gibt es noch nicht."

Die Schaffung von Planungsrecht schützt die vorhandenen Firmen in ihrem Bestand und beabsichtigt, bestimmte Nutzungen auszuschließen: unter anderem Einzelhandel, Spielhallen, Bordelle, Tankstellen, Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke. Und auch Lagerhäuser und Lagerplätze sollen dort nichts zu suchen haben. "Sie verbrauchen zu viele Flächen", sagt Nachtwey, "die häufig nur wenige Arbeitsplätze bieten."

Das gilt auch für den Bebauungsplan am Wahler Berg, wo das Land rund acht Hektar Fläche anbieten kann. "Dort sollen die bestehenden Gewerbeflächen gesichert und das Areal gesteuert werden", erklärt Nachtwey. "Wir möchten dort keine Logistik ansiedeln, sondern produzierendes Gewerbe." Genau darauf zielen die Bemühungen der Stadt hin: viele Arbeitsplätze und Gewerbesteuer und ein möglichst geringer Flächenverbrauch.

Quelle: NGZ
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