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Dormagen
Volleyballerinnen sind Team des Jahres

Dormagen: Volleyballerinnen sind Team des Jahres
Sieger unter sich: Die Volleyballerinnen des TSV Bayer Dormagen mit ihrem Trainer Peter Fischer (hinten, 2. v. r.) , mit der Sportlerin des Jahres, Maike Haupt (hinten links), und dem Sportler des Jahres, Benedikt Wagner, vorne, 2. v. l. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. In einer kurzweiligen, hundertminütigen Veranstaltung im TSV-Sportcenter ehrte die Stadt ihre erfolgreichsten Athleten. Sportlerin des Jahres wurde Minigolferin Maike Haupt, Sportler des Jahres Säbelfechter Benedikt Wagner. Von Klaus D. Schumilas

Als Moderator Marc Pesch den Namen von Maike Haupt aufrief und parallel das Foto der 18-Jährigen auf der Leinwand im TSV-Sportcenter erschien, war die Überraschung perfekt: Eine Minigolferin ist die neue Sportlerin des Jahres in Dormagen. Ausschlaggebend für die Jury war ihr Weltmeistertitel mit der Junioren-Nationalmannschaft. Dass Benedikt Wagner ihr männliches Pendant ist, war schon deutlich weniger unerwartet, denn das Säbel-As des TSV Bayer Dormagen ist in der Dormagener Sportszene ein Begriff, nicht zuletzt durch den Gewinn des Europameistertitels im vergangenen Jahr. Mit den Volleyball-Damen des TSV Bayer wurde der Aufsteiger in die Regionalliga zur Mannschaft des Jahres.

Für die junge Spielerin des Bundesligisten MGC Dormagen-Brechten, die auf der Anlage in Hackenbroich zu Hause ist, war diese Ehrung "sehr, sehr überraschend". Maike Haupt - sie steht in ihrer Heimatstadt Duisburg vor den Abiturprüfungen und gibt als Lieblingsband die Rolling Stones an - erzählte, dass der im Minigolf zunächst bessere Vater der Auslöser war, intensiv das Spiel mit dem Hartgummiball zu lernen, um ihn zu schlagen. Inzwischen gibt es von ihr sogar einen "Ball of Fame", ein eigenes Minigolfball-Modell. Vielleicht kann Haupt, die sich gegen hochkarätige Mit-Kandidatinnen durchsetzte, damit bald Benedikt Wagner Hilfestellungen geben. Der eloquente Top-Fechter antortete nämlich auf die Frage, welche Schlagzeile er gerne über sich lesen würde: "Doppel-Olympiasieger beendet Karriere und wechselt zum Minigolf." Dass er nicht für Olympia in Rio nominiert wurde, hat der Student (Journalismus und Unternehmenskommunikation) inzwischen verkraftet. In dieser Saison und auch mit Blickrichtung Olympia 2020 in Tokio will er angreifen. Er ist sich mit seinem Vereinskameraden Max Hartung einig, dass dort eine große Chance besteht, mit der Säbel-Mannschaft eine Medaille zu holen.

Kraftvoll, athletisch, anmutig, beeindruckend: die Show von Seilartistin Anna Abrams in luftiger Höhe. FOTO: ATI

Eingangs war Bürgermeister Erik Lierenfeld Spekulationen über ein Ende einer solchen Form der Sportlerehrung entschieden entgegengetreten: "Wir machen sie, um unsere besten Athleten zu ehren, sie weiter zu motivieren und vor allem auch den vielen ehrenamtlichen Helfern und Betreuern in den Vereinen zu danken und ihnen Wertschätzung auszudrücken." Lierenfeld wies auf die eindrucksvolle Erfolgsbilanz für 2016 hin: 28 Deutsche Meister, acht Goldmedaillengewinner bei Europameisterschaften, jeweils drei Silber- und Bronzemedaillen bei Europameisterschaften und zwei Weltmeistertitel. "Ganz abgesehen von unseren vier Olympiateilnehmern." Die Stadt werde weiterhin in die Sportinfrastruktur investieren. "Allein in diesem Jahr werden wir zum Beispiel 1,98 Millionen Euro in die Außensportanlagen stecken. Der größte Batzen davon sind 1,5 Millionen für den Neubau der Sportanlage in Stürzelberg. Hinzu kommen aber auch zahlreiche Heizungssanierungen in Zons, Gohr, Straberg und Delhoven sowie zum Beispiel die Sanierung des Kleinspielfeldes in Horrem."

Im Rahmenprogramm überzeugte die Kindergruppe der Cheerleader Delhoven und die Turn- und Showgruppe der TG Neuss sowie das Minigolfteam aus Hackenbroich mit ihren Vorführungen. Höhepunkt war der atemberaubende Auftritt der Seilakrobatin Anna Abrams aus Essen mit einem Mix aus Anmut und Athletik. Abschluss eines unterhaltsamen Abends, bei dem es (fast) zu verschmerzen war, dass 42 Prozent (!) der nominierten Sportler nicht anwesend waren.

Eine Olympia-Hoffnung für 2020 in Tokio: Turnerin Sarah Voss. FOTO: kds
Quelle: NGZ
 
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