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Dormagen
Vom "Drachen-Nest" zum "Käsekuchen"

Dormagen: Vom "Drachen-Nest" zum "Käsekuchen"
FOTO: Linda Hammer
Dormagen. Viele WLAN-Netze in der Dormagener Innenstadt haben kreative Namen. Ein Streifzug durch die City. Von Christian Kandzorra

Theoretisch könnte jeder, der sich in der Dormagener Innenstadt überhaupt nicht auskennt, die City erkunden, in dem er einfach nur auf sein Mobiltelefon schaut - und es permanent neue WLAN-Netze suchen lässt. Es klingt absurd, doch Karten oder der Blick nach links oder rechts werden überflüssig, wenn das Smartphone ständig scannt, welche Netze zum Surfen im Internet verfügbar sind.

Das liegt vor allem daran, dass viele Geschäfte in der Innenstadt ihr Internet nach sich benannt haben. Cafés, Hörgeräte-Akustiker, Drogeriemärkte - vor allem aber die Dormagener Friseure bieten offenbar ihrer Kundschaft an, sich in ihr WLAN-Netz einzuloggen und die Wartezeit etwa im Internet zu vertrödeln. Doch das ist nicht das einzige, was beim WLAN-Streifzug über die Kölner Straße auffällt: Viele Dormagener zeigen sich durchaus sehr kreativ, was Namen für ihr Netz betrifft.

Glaubt man den Namen, die das Smartphone an bestimmten Stellen in der Innenstadt anzeigt, so verbirgt sich gleich an der Gaststätte "Ratskeller" ein Drachen-Nest. Schräg gegenüber lebt demnach eine Eichhörnchen-Familie, die im Internet unterwegs ist. "Käsekuchen" hat ein anderer Internet-Nutzer an der Kölner Straße sein WLAN-Netz genannt - vielleicht inspiriert von den Waren des Cafés "Seitenweise", das in der Nähe ist, aber ein eigenes Netz nach sich benannt hat. "Fred sein Netz" hat offenbar ein Mann namens Fred sein Internet getauft, der ebenfalls in diesem Bereich der Kölner Straße wohnt. Seine Nachbarn heißen laut WLAN "Lotte", "Sascha" und "Lars und Angi".

Alle paar Meter taucht auf dem Smartphone-Display ein neues Netz auf. Das heißt: In fast jedem Haushalt entlang der Kölner Straße werden WLAN-Netze genutzt. Die meisten sind gesichert, Internet-User müssen sich also mit einem Passwort anmelden. Aber es gibt auch einige Netze, in die sich Smartphones ohne Passwort einloggen können. Am Paul-Wierich-Platz und auch um das neue Rathaus herum wählen sich Handys auf Wunsch ins Freifunknetz ein. Freies Netz bieten darüber hinaus zum Beispiel der Drogeriemarkt "dm" oder das Café "Seitenweise" an.

In oder an diesen Geschäften haben Smartphone- und Tablet-Nutzer also die Möglichkeit, kostenlos im Internet zu surfen. Das ist gerade bei Jugendlichen beliebt, die immer wieder aufs Smartphone schauen und etwa beim Spielen oder Orientieren in der Stadt Datenvolumen einsparen wollen. Außerdem sind diese Orte bei denjenigen beliebt, deren maximales Datenvolumen bereits ausgeschöpft ist. Nur so können sie etwa ihren Freunden über den Kurznachrichtendienst "WhatsApp" schreiben oder sich auf die Suche nach "Pokémons" begeben, für deren Jagd es neben einer starken Akku-Kapazität bekanntlich auch eine gute Internetverbindung bedarf.

Tatsächlich aber hat nur ein Bruchteil aller Netze richtige Namen. Die meisten WLAN-Spots haben Zahlenkombinationen oder sind nach Telekommunikationsunternehmen benannt. Was sich jedoch gut erkennen lässt: Etliche Familien haben zwei oder mehr Anschlüsse.

Quelle: NGZ
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