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Dormagen
Von Olympia bis zur Lindenstraße

Dormagen. Abwechslungsreiche Gäste machen "Tork-Show" zu einem großen Vergnügen. Von Carina Wernig

Die 140 Gäste an den Tischen in der ausverkauften Kulturhalle erlebten am Freitag einen höchst vergnüglichen Abend bei der "Tork-Show". Die beiden Moderatoren Wolfgang Link und Detlev Zenk schafften eine entspannte Atmosphäre, die Sven Jungbeck mit seinem Trio musikalisch wunderbar unterstrich. Vier hervorragend aufgelegte Gäste mit Dormagener Bezug trugen mit interessanten Antworten zu zweieinhalb unterhaltsamen Stunden zwischen Sport, Musik, Kunst und Film bei. Die nächste "Tork-Show" ist am 2. Dezember.

Olympia-Medaillen-Gewinnerin Sabine Thomaskamp, geborene Everts, überzeugte mit natürlicher und sympathischer Art. Über ihre Problem-Disziplin Speerwurf plauderte die Siebenkämpferin locker: "Ich hatte einfach kein Talent zum Werfen." Für die Bronze-Medaille 1984 in Los Angeles reichte es trotzdem - nach heutiger Bewertung wäre es mit einem Punkt Vorsprung Gold gewesen. Auch das sieht die Strabergerin, die Lehrerin an der Hackenbroicher Realschule ist, entspannt. Sie bedauert die fehlende Koordination und Motorik bei vielen Schülern, die "heute noch nicht mal geradeaus laufen können", geschweige denn rückwärts. Ihr Tipp: "So viel Sport wie möglich."

Aufgedreht und mitteilsam war die in Nievenheim aufgewachsene Schauspielerin und Sprecherin Julia Beerhold, die sich sichtlich wohl auf der "Kulle"-Talkbühne fühlte. Sie hat in vielen Fernsehfilmen und Serien mitgespielt: Lindenstraße, Anrheiner, Soko Köln, Tatort, Pastewka. Ihre Begegnungen mit der späteren Oscar-Preisträgerin Penélope Cruz, mit der sie vier Jahre die Schauspielschule in Madrid besuchte, faszinierten: "Sie hatte als einzige keine Selbstzweifel. Dann ging sie nach New York und ich nach Köln." Die weit gereiste Beerhold ist auch Coach und ehrenamtlich im Vorstand des Bundesverbandes der Film- und Fernsehschauspieler.

Autorin und Künstlerin Bettina Lohaus aus Rheinfeld, die den "Kunstspielraum", Unter den Hecken 103, mit 45 Sitzplätzen betreibt, berichtete von ihrem Ziel, Autoren eine Lese-Bühne zu bereiten und mehrere Kunstarten zu vereinen. Betroffen machte ihre Installation über die Würde des Menschen. Lohaus warb für Begegnungen mit Flüchtlingen, die in der Baptisten-Kirche sehr respektvoll mit Frauen umgingen: "Gehen Sie einfach auf sie zu!"

Der Straberger Helmut Blödgen, Stabstrompeter der Kölner Roten Funken und Leiter des nach ihm benannten Orchesters, erzählte von Treffen mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. 35 Jahre war Blödgen bei der Bundeswehr - als Trompeter im Bundeswehrorchester -, "ohne auch nur einmal mit dem Gewehr hantieren oder ins Kriegsgebiet zur ehrenvollen Verabschiedung gefallener Soldaten fliegen zu müssen".

Quelle: NGZ
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