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Dormagen
VR-Bank wird zum Milliarden-Institut

Dormagen: VR-Bank wird zum Milliarden-Institut
FOTO: Radowski
Dormagen. Zum 1. Januar wollen die VR Bank Dormagen und die Raiffeisenbank Rhein-Berg in Monheim verschmelzen. Im Mai sollen die Vertreterversammlungen zustimmen. Die beiden Banken streben durch die Fusion auch Einsparungen an. Von Klaus D. Schumilas

Die Mitarbeiter der VR Bank Dormagen wurden am Montagabend über die Fusionsabsicht ihres Arbeitgebers informiert, aber davon nicht überrascht. Denn die Absicht, mit den Kollegen auf der anderen Rheinseite nicht nur enger als bisher in einigen Teilbereichen zusammenarbeiten zu wollen, sondern auch zu verschmelzen, ist seit Sommer bekannt. Weniger bekannt ist, welche Größenordnung die künftige "VR Bank eG" haben wird: Mit einer Bilanzsumme von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro wird man nicht weit hinter der Volksbank Düsseldorf/Neuss (1,4 Milliarden) rangieren. Die durchschnittliche Bilanzsumme der deutschen Genossenschaftsbanken liege bei 700 Millionen Euro.

Die Dormagener Vorstände Theodor Siebers (l.) und Rainer Hilgers. FOTO: LH

Für den Aufsichtsratsvorsitzenden (und ehemaligen Bürgermeister) Peter-Olaf Hoffmann handelt es sich um einen "alternativlosen Schritt". Seit der Finanzkrise seien die Vorschriften und Richtlinien für Banken so aufwendig geworden, "dass immer mehr Personal für mehr Kontrolle notwendig ist", so Hoffmann. "Wenn wir den Mitarbeitern eine gute Perspektive in einer gesunden Bank bieten wollen, dann geht das nur in einer neuen, größeren Struktur", wirbt er für die Zustimmung der Vertreter im Mai. Für Hoffmann werde die künftige neue Bank "so für eine später mögliche, weitere Fusion interessant gemacht". Vorstand Theodor Siebers spricht von einem Puzzle, an dem seit Monaten gearbeitet wurde und "das jetzt fertig ist". Eine wichtige Grundlage ist, dass sowohl zwischen den vier Vorständen beider Banken die Chemie stimmt, als auch auf Aufsichtsratsebene. "Dieser Aspekt spielt eine sehr wichtige Rolle", betont Hoffmann. Trotz aller Sympathie mussten Kompromisse geschlossen werden. So wird die Fusionsbank den Namen Dormagen im Namen tragen, aber dafür mit Hauptsitz in Monheim geführt. "Dort liegt der juristische Hauptsitz", sagt Siebers, "für die Hauptstelle an der Kölner Straße ändert sich nichts." Das betrifft auch die Gewerbesteuer: "Die richtet sich nach der Arbeitsstätte der Mitarbeiter und dem Finanzamtsbezirk." Der Gewerbesteuerschlüssel der dann ehemaligen VR-Bank bleibe linksrheinisch erhalten: Die Stadt Dormagen erhält 66 Prozent, Neuss (für Norf) 22 Prozent, Rommerskirchen zwölf Prozent und Grevenbroich ein Prozent. Der "eine oder andere Mitarbeiter" werde einen neuen Arbeitsplatz in Monheim erhalten und umgekehrt, so Siebers, Aber für die "allermeisten" ändert sich nichts. "Unsere Kunden behalten ihre vertrauten Berater." Durch die Fusion werden sich Synergieeffekte ergeben. Naheliegend ist künftig nur noch eine Buchhaltung oder Kreditabteilung. Die Details dafür werden in den kommenden Monaten erarbeitet. Die fortschreitende Digitalisierung werde laut des VR-Vorstands zu einer Veränderung von Arbeitsprozessen führen: "Die Kundendaten werden grundsätzlich papierlos geführt." Das Online-Banking nehme weiter zu, und in Vorbereitung sei ein Bezahlsystem, wonach auch beim Bäcker mit der Kundenkarte bis zu einem Betrag von 25 Euro bezahlt werden kann.

Monheims Vorstände: Jörg Richter (l.) und Bernhard Schwarz. FOTO: rm-
Quelle: NGZ
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