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Dormagen
Wasser-Pipeline belastet fünf Stadtteile

Dormagen: Wasser-Pipeline belastet fünf Stadtteile
Eine mögliche Wasserentnahmestelle ist dieser Bereich des Rheinvorlandes an der B 9 beim TSV-Sportcenter. Dort könnte RWE auf einem Hochufer das Pumpwerk für die Wasserleitung nach Frimmersdorf errichten. FOTO: L. HAMMER
Dormagen. Für die Rheinwasser-Transportleitung von Dormagen nach Frimmersdorf befürwortet das Unternehmen die Nordtrasse. Sie soll zwischen Rheinfeld und Zons, nördlich von Horrem und Straberg sowie südlich von Gohr, verlaufen. Von Carina Wernig

Um den ab 2030 entstehenden "Restsee" des Tagebaus Garzweiler II zu füllen, soll in 15 Jahren Wasser aus dem Rhein bei Dormagen entnommen und von dort aus nach Grevenbroich geleitet werden. Im städtischen Planungs- und Umweltausschuss informierte nun Jens Voigt von RWE Power, warum für das Unternehmen die bisher befürwortete Nordtrasse die beste Variante bleibt. Sie soll zwischen Rheinfeld und Zons, nördlich von Horrem und Straberg sowie südlich von Gohr, verlaufen.

Als Ergebnis einer Prüfung zweier Alternativtrassen, um die die Stadt Dormagen im Oktober 2014 im Braunkohlenausschuss der Bezirksregierung Köln gebeten hatte (die NGZ berichtete), bleibt die ursprüngliche Nordtrasse die eindeutig favorisierte Führung der Wasserleitung. Die Stadt Dormagen hatte angeregt, die Leitung parallel zur Europastraße auf der "Zuckertrasse" zu führen, statt im Gebiet zwischen Horrem und Nievenheim. "Zahlreiche Erschwernisse" verhindern laut RWE Power diese Alternative, wie etwa "stark beengte Platzverhältnisse, Querung zahlreicher Verkehrswege unmittelbar angrenzende Bebauung". Daher müssten mehr Maßnahmen ergriffen werden als bei der Vorzugstrasse. Dazu kämen schwierige Eigentumsverhältnisse, die nicht lösbar seien.

Auch die südlich der Innenstadt gelegene zweite Alternative "Currenta-Trasse" hat keine Chance auf Umsetzung: "Aufgrund erheblicher Konflikte mit vorhandenen Nutzungen und konkreten Planungen nicht vernünftig", so lautet das Prüfergebnis. Damit wäre die Weiterentwicklung des Chemparks erheblich beeinträchtigt worden. Die Ergebnisse dieser Prüfung hatte Michael Eyll-Vetter, Leiter Bergbauplanung von RWE Power, für ein Gespräch mit Bürgermeister Erik Lierenfeld am 19. Februar zusammengefasst. Das Fazit, dass bei beiden Alternativtrassen erhebliche Restriktionen eine Realisierung verhindern, nahm der Planungs- und Umweltausschuss zur Kenntnis.

Dort betonte Jens Voigt auf Nachfrage, dass die favorisierte Trasse nicht unter der Rheinfelder Deponie her laufe. Die Wasserentnahme nahe der Kläranlage sei kein Problem. Als Überlegung gibt es die Idee, dass auf einem vom Deichverband Dormagen/Zons zu errichtenden Hochufer auf dem Rheinvorland neben der B 9 in Höhe des TSV-Sportcenters bis zur Kläranlage in Rheinfeld das Pumpengebäude errichtet wird (die NGZ berichtete).

Dass generell die Nordtrasse den Vorzug vor dem Süden erhalten hat, liegt laut Voigt daran, dass beim Südkorridor der Entnahmebereich am Rhein ungünstig liegt, der Rhein dort eine geringe Tiefe hat und der Standort für das Pumpengebäude ungünstig ist. Auch eine Bündelung mit anderen Leitungen sei dort weniger umzusetzen. Die Nordtrasse sei "technisch machbar und umweltfachlich eine zulässige und geeignete Lösung".

Im nächsten Planungsschritt wird vom Braunkohlenausschuss der Bezirksregierung Köln der konkrete Standort der Entnahmestation und der Trassenkorridor festgelegt. Der Fachbereich Städtebau der Stadt Dormagen hat angekündigt, den Planungsausschuss auch zukünftig über jeden weiteren Verfahrensschritt zeitnah zu informieren.

Quelle: NGZ
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