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Dormagen
Weber will mit CDU in ruhiges Fahrwasser

Dormagen: Weber will mit CDU in ruhiges Fahrwasser
Entspannt und neugierig: Der neue Fraktionsvorsitzende der Dormagener CDU, Kai Weber, freut sich auf seine Aufgabe. FOTO: Lothar Berns
Dormagen. Seit Dienstag Abend ist Kai Weber (49) neuer Fraktionsvorsitzender der CDU - obwohl er erst ab dem 23. Juni Mitglied im Stadtrat ist. Der Karnevalist aus Leidenschaft will die Fraktion stabilisieren. Von Klaus D. Schumilas

Einen Unterschied hat Kai Weber bereits ausgemacht: "Bei mir zu Hause klingelt deutlich häufiger das Telefon." Als neuer Fraktionsvorsitzender der CDU wird er auch in den kommenden Wochen und Monaten ein gefragter Gesprächspartner sein. Mehr als in seiner bisherigen Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Stadtverbandes. Eine neue Situation für den 49-Jährigen, die ihm gefällt und die er so gewollt hat: "Ich habe Lust auf Kommunalpolitik", sagt der Rheinfelder. "Ich möchte mit den Bürgern sprechen, ich möchte die Stadt mitgestalten." Das geht an der Spitze des operativen Arms der Partei, eben in der Fraktion, deutlich intensiver. "Die Fraktion hat eine besondere Wertigkeit."

Weber ergreift in einer Zeit Verantwortung, in der sich die CDU auf Schlingerkurs durch das politische Dormagen bewegt: schwaches Aufstellungsergebnis für den Fraktionsvorsitzenden André Heryschek als Landtagskandidat. Aus für das bürgerliche Bündnis, Abstimmungsniederlage im Rat, Rückzug von Heryschek. "Es sind viele Neulinge in unserer Fraktion. Den Abweichlern waren die möglichen Folgen ihres Handelns nicht bewusst", sagt Weber. Seine vordringlichste Aufgabe formuliert er so: "Ich möchte die Fraktion beruhigen." Dort soll auch ein etwas anderer Arbeitsstil Einzug halten: "Ich möchte der Fraktion viele Gesichter geben." Übersetzt heißt das: Weber wird nicht bei jedem Thema in den Ratssitzungen das Wort ergreifen, sondern themenbezogen die Fachbereichsleiter sprechen lassen. Irritationen wie zuletzt sollen durch dezidierte, fraktionsinterne Absprachen vermieden werden.

Der 49-Jährige traut sich die schwierige Aufgabe zu. Er stützt sich auf seine berufliche Erfahrung bei Currenta in Leverkusen, wo er sich in verantwortlicher Position um das Order- und Kreditmanagement ebenso kümmert wie um den Fuhrpark in dem Werk oder die Sicherheit als Datenschutzbeauftragter. Der Vater eines erwachsenen Sohns und zweier kleiner Mädchen (drei Jahre) sucht den Konsens, "meine Leidensfähigkeit ist recht groß und daher kann ich mir gerne in einer Diskussion noch ein weiteres Argument anhören. Wenn meine Meinung aber klar ist, dann wird auch abgestimmt".

Möglicherweise wird sich das zuletzt doch angespannte Verhältnis zwischen den beiden großen Fraktionen verbessern, weil Kai Weber ein "sehr gutes Verhältnis", wie er sagt, zur SPD pflegt. Mit SPD-Bürgermeister Erik Lierenfeld als Jungfrau Erika gehörte Prinz Kai I. Weber zum närrischen Dreigestirn in der Karnevalssession 2011/12; Fraktionsvize Martin Voigt und Michael Dries gehören ebenso zu engen Wegbegleitern von Weber.

Inhaltlich sieht der neue Fraktionschef für dieses Jahr in der Neuorganisation der Wirtschaftsförderung das wichtigste Thema. "Dort müssen wir schnell in die praktische Arbeit kommen, Grundstücke sichern und vermarkten." Die Konsolidierung des Haushaltes ist ebenso ein Thema wie das Vorantreiben der interkommunalen Zusammenarbeit.

Quelle: NGZ
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