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Dormagen
"Weiße Flotte" fehlt dem Tourismus in Zons

Dormagen: "Weiße Flotte" fehlt dem Tourismus in Zons
Keine "Weiße Flotte" in Sicht am Anleger in Zons. Das Unternehmen hat die Fahrten wegen Planungsunsicherheiten mit Düsseldorf vorerst eingestellt. FOTO: Ati
Dormagen. Bis sich das Unternehmen mit der Stadt Düsseldorf geeinigt hat, fallen die Zons-Fahrten aus. Gastronomen regen gemeinsame Aktionen an. Von Carina Wernig

Die Mitteilung an die Passagiere ist knapp: "Bis auf Weiteres keine Linienfahrten nach Zons, Köln, Duisburg oder Kaiserswerth in 2015 auf Grund von städtischen Planungsunsicherheiten." Somit fährt die "Weiße Flotte" aus Düsseldorf nicht mehr wie noch 2014 mittwochs die Zollfeste an.

Erst im vergangenen März hatte die "Weiße Flotte" die Verbindung von der Düsseldorfer Rheinuferpromenade nach Zons wieder in ihren Fahrplan aufgenommen. "Das ist gut angekommen", erklärt Stadtmarketing-Leiter Guido Schenk von der Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD).

Die "Weiße Flotte" fährt zurzeit nicht von Düsseldorf nach Zons. FOTO: ON

Das brachte zusätzliche Frequenz und Werbung für Zons. Er bedauert den Rückzug und hofft, dass er nicht endgültig ist: "Bisher hat die Hauptsaison nicht begonnen, so dass große Auswirkungen auf die Gastronomie noch nicht zu befürchten sind." Allerdings sei die Anbindung an den Rhein immens wichtig, da hoffe er auf baldige Wiederaufnahme der wöchentlichen Fahrten nach Zons.

Danach sieht es jedoch zurzeit nicht aus. Wie Michael Küffner von der Geschäftsführung der "Weißen Flotte" erläutert, sei die saisonale Linienschifffahrt mit vier Rheinschiffen auf "langfristige Rechts- und Planungssicherheiten" angewiesen. Dies sei "durch eine Kündigung und diverse Verwaltungsvorgänge der Stadt Düsseldorf zum Nachteil unserer Firma zurzeit nicht gegeben", so Küffner. "Wir sehen uns deshalb nicht imstande, eine wöchentliche Schiffsanbindung nach Zons zu aktivieren."

Die schöne Zonser Altstadt ist das Ziel vieler Touristen. FOTO: L. Hammer

Konkret weniger Besucher in ihrem "Café Fadila" hat Inhaberin Fadila Beckmann bereits registriert, wenn sie dafür auch das schlechte Wetter mitverantwortlich macht: "Ich merke schon, dass weniger Gäste kommen", verweist sie auf zahlreiche Schiffsgäste, die bei ihr an der Schloßstraße zu Kaffee und Kuchen einkehrten. "Wir Gastronomen müssten gemeinsam mehr für die Touristen anbieten", spricht sich Beckmann für feste Gastronomie-Angebote aus. Allerdings bemängelt sie fehlenden Zusammenhalt: "Da schlafen die hier in Zons."

Auch wenn nicht alle Gastronomen direkt von den Gästen der "Weißen Flotte" profitierten, ist jeder Wegfall eines Angebots schlecht für den Tourismus. Das sieht auch Christel Weinel, Inhaberin der "Schloss-Destille Zons" so: "Ich fände es gut, wenn noch mehr Schiffsgäste kommen würden." Dann sollten sie nach ihrer Meinung jedoch mehr Zeit zur Verfügung haben: Mit nur knapp anderthalb Stunden Aufenthalt seien ausgiebiges Bummeln, Kultur- und Gastronomie-Genuss nicht vereinbar. "Da bleibt den Gästen aus Zeitdruck oft nur ein schnelles Eis oder ein Kaffee", kann sich Weinel durchaus andere gemeinsame Angebote vorstellen. Und: "Unsere Gäste fragen immer wieder nach Schifffahrten", regt sie zumindest einen Pendelverkehr an.

Dass es außer mit der Fähre keine Abfahrten von Zons aus gibt, kritisiert auch Monika Schüfer, Inhaberin der Gaststätte "Zur Rheinfähre". "Das ist eine große Lücke, die Nachfrage ist da", gibt sie Rückmeldungen wieder. Von den Gästen der Flusskreuzfahrten merkt sie nicht viel, da die meisten entweder an Bord verköstigt oder mit Bussen zu anderen Zielen gebracht würden.

Quelle: NGZ
 
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