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Sommer-Interview (4)
"Wer regelmäßig tanzt, denkt flotter"

Sommer-Interview (4): "Wer regelmäßig tanzt, denkt flotter"
Jochen Jüttner (Mitte) zeigt den Tanzpaaren Ricarda und Adrian sowie Anja und Christian (r.), die richtige Haltung. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Laut einer Studie soll bereits eine Stunde Tanz ausreichen, um Geist und Körper fit zu halten. Das kann Jochen Jüttner, Mitgesellschafter der "Tanzfabrik", nur bestätigen. Im Interview spricht er auch über Sendungen wie "Let's dance".

Wie kamen Sie und Ihr Geschäftspartner eigentlich auf den Namen "Tanzfabrik"?

Jochen Jüttner Wir sind eine junge und moderne Schule. Der Name passt zu unserer Ausstattung.

Männer sind eigentlich Tanzmuffel. Stimmt das?

Jüttner Nicht grundsätzlich. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass auch die von ihren Frauen angemeldeten Männern, die eher skeptisch sind, nach einer Stunde so begeistert sind, dass sie weiter machen wollen.

Also tanzen lernen kann jeder?

Jüttner Ganz klar - ja. Zwar kann es sicher nicht jeder zu einem Weltmeistertitel bringen. Aber jeder kann auf dem Parkett gut aussehen, das schaffen wir. Und in über 20 Jahren habe ich noch keinem sagen müssen: "Such dir besser ein anderes Hobby."

Sorgen Sendungen wie "Let's dance" oder "Stepping Out" für einen Boom in den Tanzschulen?

Jüttner Tanzbegeisterte finden solche Shows toll. Tanzmuffel lassen sich dadurch erst recht nicht vom Sofa locken. Denn, was dort geboten wird, hat ja mit dem klassischen Gesellschaftstanz gar nichts mehr zu tun. Auf öffentlichem Parkett würde man nie solche Hebefiguren machen. Unser Ansporn ist, dass das, was die Kunden bei uns lernen, natürlich aussieht. Auffallen sollen sie, weil sie eine schöne Tanzhaltung und saubere Schritte haben.

Sind Tanzkurse, in denen die Grundschritte aller Standard- und lateinamerikanischen Tänze auf dem Programm stehen, eigentlich noch zeitgemäß?

Jüttner Auf jeden Fall. Allerdings haben wir weniger ausgesprochene Schülerkurse, es sei denn ganz spezielle. So hat der aktuelle Abschlussjahrgang der Realschule Hackenbroich, 120 Schüler, bei uns Stunden gebucht, damit die Schüler bei ihrem Abschlussball auch eine gute Figur beim Tanzen machen konnten.

Sie bieten auch Kurse für einzelne Tänze an. Welcher Tanz ist denn aktuell hip?

Jüttner Aktuell könnte ich keinen Partytanz nennen, der besonders angesagt ist. Das gab es aber durchaus, zum Beispiel mit Macarena oder dem Ketchup-Song. Tango Argentino und Salsa sind neben Discofox und HipHop die Tänze, die wir immer schon anbieten und die nach wie vor gefragt sind.

Welchen Tanz halten Sie für den schwierigsten?

Jüttner Den Slowfox. Er ist fließend, hat keinen Anfang und kein Ende.

Und welcher ist der leichteste?

Jüttner Discofox.

Was ist Ihr Lieblingstanz?

Jüttner Quickstep. Er ist flott und spritzig, der Champagner unter den Standardtänzen.

Wer keinen Tanzpartner hat, kann der sich trotzdem anmelden?

Jüttner Klar, dann sorgen wir für einen. Das hat bis jetzt in 99,9 Prozent der Fälle geklappt. Ohne Partner geht es übrigens in unserer Gruppe "Square und mehr". Dort bieten wir Volks- und Gruppentänze sowie Party- und Linetänze an.

Was bewirkt Tanzen?

Jüttner Tanzen macht Spaß und stärkt den Körper. Laut einer Studie reicht eine Stunde Tanzen pro Woche aus, um Geist und Körper fit zu halten. Tanzen steigert die Zufriedenheit und trainiert das Gehirn. Wer regelmäßig tanzt, kann sich mehr merken und flotter denken.

Was bedeutet Tanzen für Sie?

Jüttner Das Schönste, was Füße können.

ANNELI GOEBELS STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: NGZ
 
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