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Dormagen
Wie Herzschwäche früh zu erkennen ist

Dormagen: Wie Herzschwäche früh zu erkennen ist
Herz-Experten erläuterten alles rund um die Herzschwäche (v.l.): Dr. Hubertus Degen, Prof. Michael Haude, Moderatorin Natascha Plankermann, Dr. Dirk Krause und Dr. Matthias Breise beim Herzwochen-Seminar der Herzstiftung und der NGZ im Bürgerhaus Horrem. FOTO: Andreas Woitschützke
Dormagen. Wenn das Herz nicht mehr genügend Blut durch den Körper pumpen kann, spricht man von einer Herzschwäche. Fachärzte eaben beim Herzwochen-Seminar Auskunft über medikamentöse und operative Behandlungsmethoden. Von Marion Lisken-Pruss

Eine Herzschwäche ist weit verbreitet: Bis zu drei Millionen Menschen sind in Deutschland davon betroffen. Sie ist die häufigste Ursache, warum Patienten ins Krankenhaus müssen - rund 450.000 waren es im Jahr 2014. Und fast 50.000 Menschen sterben jährlich daran. Wie man eine Herzschwäche erkennt, welche Formen es gibt, und wie man sie behandelt, erläuterten vier Experten vor rund 150 Zuhörern, die zum Herzseminar ins Bürgerhaus nach Horrem gekommen waren.

Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD), der die Schirmherrschaft des Herzseminars übernommen hatte, machte angesichts dieser Zahlen deutlich, dass fast jeder direkt oder indirekt über Angehörige oder Freunde von einer Herzschwäche betroffen ist. Die Deutsche Herzstiftung hat die bundesweiten Herzwochen unter das Motto "Das schwache Herz" gestellt, und die Redaktion unserer Zeitung beteiligt sich zum elften Mal an der Aufklärungskampagne.

Moderiert wurde die Expertenrunde von der Düsseldorfer Journalistin Natascha Plankermann. Die chronische Herzschwäche beginnt oft schleichend: "Wenn man beim Treppensteigen Atemnot hat oder Wassereinlagerungen an den Unterschenkeln feststellt, können das erste Symptome sein", erklärte Dr. Dirk Krause, Oberarzt am Neusser Lukaskrankenhaus. Dabei handelt es sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um die Folge anderer Herzerkrankungen. Ursachen können ein zu hoher Blutdruck, die koronare Herzkrankheit oder ein vorausgegangener Infarkt sein. Anders sieht es bei einer akuten Herzschwäche aus, die binnen Minuten oder Stunden entsteht und mit Brustschmerzen und Luftnot bis hin zur Bewusstlosigkeit einhergehen kann. "Das ist ein Notfall. Wählen Sie sofort die 112", fordert der Experte dann zum schnellen Handeln auf.

Dr. Matthias Breise, niedergelassener Kardiologe aus Dormagen, erläuterte nicht nur, wie man eine Herzschwäche medikamentös behandeln kann, sondern nahm die Patienten auch in die Pflicht: "Wichtig ist ein richtig dosiertes Ausdauertraining", sagte er und appellierte an die Zuhörer, sich regelmäßig zu bewegen. Noch einen Rat gab er ihnen mit auf den Weg: "Setzen Sie Ihre Medikamente nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt ab. Das kann zu lebensbedrohlichen Krisen führen." Auch auf die aktuelle Grippewelle ging er ein und empfahl den Zuhörern, sich impfen zu lassen. Denn eine Grippe sei eine Entzündung des ganzen Körpers und beträfe auch das Herz.

Dr. Hubertus Degen, leitender Arzt am "Lukas", stellte schließlich technische und operative Behandlungsmethoden von Bypass-Operationen bis hin zu Herzklappenrekonstruktionen vor.

Bereits eingangs hatte Professor Michael Haude, Chefarzt am Neusser "Lukas" und wissenschaftlicher Begleiter der Veranstaltungsreihe, die Deutsche Herzstiftung vorgestellt, die mit 100.500 Mitgliedern die größte Patientenorganisation auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist. Sie bietet mit den "Herzwochen" kostenlose Seminartage an, mit denen sie die Bürger über Herzerkrankungen aufklären möchte.

Bei der anschließenden Fragerunde stand das Vorhofflimmern im Vordergrund. So lautet auch das Thema der nächsten Herzwochen, die im Herbst 2018 starten.

Quelle: NGZ
 
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