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Ralf H. Nennhaus, Krankenhausdirektor
Wie Patientenbefragung den Mitarbeitern helfen kann

Dormagen. Seit einem Jahr werden an den Kreiskrankenhäusern in Dormagen und Grevenbroich detaillierte Befragungen ausgewertet.

Herr Nennhaus, Sie befragen seit einem Jahr kontinuierlich ihre Patienten in den beiden Kreiskrankenhäusern Dormagen und Grevenbroich. Warum haben Sie dieses Projekt gestartet?

Ralf H. Nennhaus Wir wollen die Zufriedenheit unserer Patienten auf jeder Station speziell betrachten können. Das hilft uns, noch besser zu werden. Und es ist in weiten Teilen eine Bestätigung für unsere sehr gute Arbeit. Die wollen wir dann auch nach außen tragen.

Ist das auch eine Reaktion auf Bewertungen von Krankenkassen?

Nennhaus Wenn ich dokumentieren kann, dass die Patientenzufriedenheit über mehrere Monate sehr hoch ist, relativiert das dann sicher auch andere Umfragen, in denen wir nicht ganz so gut abschneiden, wie wir uns das vorstellen.

Haben Sie ein Beispiel dafür?

Nennhaus Bei den Befragungen von AOK und Techniker Krankenkasse schneidet zwar das Dormagener Haus sehr gut ab, liegt immer unter den ersten 20 Plätzen, während Grevenbroich eher im Mittelfeld liegt. Das wollen wir verbessern, daher soll das Qualitätsmanagement helfen, von den noch besseren Krankenhäusern zu lernen, um die Zufriedenheit der Patienten insgesamt zu steigern.

Wie läuft so eine Befragung überhaupt ab?

Nennhaus Daher wird den Patienten seit März 2015 durch den Pflegedienst ein Fragebogen mit rund 50 Fragen überreicht, den sie ausfüllen. Dabei geht es vom Aufnahmegespräch über die Beurteilung der Pflege und der Verfügbarkeit der Ärzte bis zur Vorbereitung zur Entlassung um alle Bereiche, auch um das Essen. Danach werden die Antworten in unser Qualitätsmanagement überstellt, so dass sie im Intranet von allen Mitarbeitern einsehbar sind.

Wie sind die Ergebnisse?

Nennhaus Sie sind durchweg sehr positiv. In beiden Rhein-Kreis Neuss Kliniken sind die Patienten mit unserer Arbeit zufrieden - von Ausnahmen abgesehen, wo wir noch besser werden müssen.

Werden Maßnahmen aus den Ergebnissen abgeleitet?

Nennhaus Wenn die Ergebnisse dauerhaft nicht den bundesweit einheitlichen Werten der Forschungsgruppe Metrik entsprechen oder Ausreißer erkennbar sind, können die Stationsärzte und Stationsleitungen sofort gegensteuern. Die Krankenhausleitung wird zwar das Qualitätsmanagement begleiten, aber im Normalfall nicht selbst eingreifen. Die Patientenbefragung soll den Mitarbeitern helfen, es ist kein Sanktionsinstrument.

Patienten, die noch im Krankenhaus liegen und auf weitere Behandlung angewiesen sind, könnten sich scheuen, negative Bewertungen abzugeben. Sehen Sie das auch so?

Nennhaus Um diesen Aspekt zu berücksichtigen, haben wir im Februar insgesamt 1600 Patienten aus Dormagen und Grevenbroich nach ihrer Entlassung im Januar befragt. Etwa die Hälfte hat geantwortet - mit einem ähnlichen Ergebnis wie die kontinuierliche Befragung.

CARINA WERNIG FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: NGZ
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