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Dormagen
Wieso die Menschen "Krisen-Herdentiere" sind

Dormagen. Anders als bei manchem Tier ist bei vielen Menschen der Herdentrieb oft überaus stark entwickelt. Dem, was sie dann so treiben, gilt das Interesse von Matthias Reuter, der als "Kabarettist mit Klavier" jetzt erstmals beim Theatersommer gastierte.

In seinem Programm "Die Menschen sind 'ne Krisenherde" finden sich scharfsichtige Beobachtungen aus dem Alltagsleben der Gattung, die - von höheren Vernunftebenen aus betrachtet - wahrlich groteske Kapriolen schlägt. Menschen machen sich - anders als still vor sich hin grasende Kühe - halt gern bemerkbar, wovon auch Kabarettisten keine Ausnahme bilden, wie Reuter mit selbstironischem Witz sagt. Der Herdentrieb äußert sich nicht selten im Nachahmen, Nachmachen, Kopieren oder halt auch im Copyright-Klau. Eine besonders spezielle Form des Nachahmungstriebs haben viele Kommunen entwickelt, wenn es um das Phänomen Oktoberfest geht, das sich wie ein Schimmelpilz zu verbreiten scheint. Oktoberfeste gibt es inzwischen allein in Reuters Heimatstadt Oberhausen 15 Mal, während München immer noch mit dem einen und einzigen Original auskommt.

Schade: Mit nur gut 80 Zuschauern war der Auftritt von Reuter vergleichsweise schwach besucht. Kulturbüro-Leiter Olaf Moll zeigte sich darüber ebenso enttäuscht wie davon, dass die Theaterscheune auch beim Auftritt von Chin Meyer und Robert Griess nur zur Hälfte besetzt war. Zumindest das Stammpublikum scheint Probleme mit politischem Kabarett zu haben, wenn nicht wie 2013 TV-bekannte Stars wie Max Uthoff gastieren. Unter dem Strich fällt die Bilanz Molls jedoch positiv aus: Insgesamt waren 1150 Besucher zu verzeichnen.

(S.M.)
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