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Dormagen
Wildes Rad-Parken behindert Fußgänger

Dormagen: Wildes Rad-Parken behindert Fußgänger
Einfach ans Geländer gekettet: Immer wieder werden Fahrräder am Bahnhof Dormagen "wild geparkt" - auch direkt gegenüber der Radstation, die seit November 2014 in Betrieb ist. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Gegenüber der Radstation am Dormagener Bahnhof werden nach wie vor zahlreiche Fahrräder am Geländer befestigt. Dort stören sie Fußgänger und versperren an der Rampe auch Gehbehinderten den Weg. Von Carina Wernig

Der sonnige Feiertag ließ wieder zahlreiche Dormagener auf ihr Fahrrad zurückgreifen: An den Ausflugszielen von Zons bis Delhoven waren am Donnerstag viele Räder zu sehen. Das gilt an jedem Tag rund um den Dormagener Bahnhof, von wo aus viele Pendler zur Arbeit fahren. Seit mehr als zweieinhalb Jahren hat die videoüberwachte Radstation, in der 360 Zweiräder untergestellt werden können, geöffnet. Trotzdem gibt es immer noch viele "Wildparker" in der Bahnhofs-Umgebung. Das sieht nicht nur wüst aus, sondern ist unter Umständen auch eine Gefahr für Fußgänger, wie Dirk Jünger, Abteilungsleiter Soziale Dienste des Caritasverbandes Rhein-Kreis Neuss als Radstations-Betreiber, erläutert: "Die wild abgestellten Räder stehen nicht nur im Weg, sondern versperren gerade an der Rampe den Gehbehinderten ihren Weg zum Aufzug." Sogar an einen Mülleimer wurde ein Rad angeschlossen.

Platz genug wäre in der im November 2014 eröffneten Radstation noch für die ans Geländer geketteten Fahrräder, wie Jünger ausführt: "Die Zahl der Dauerparker in der Radstation geht zwar nach oben, aber wir sind noch deutlich von der Vollauslastung entfernt." Daher werden an die "wild geparkten" Räder auch immer wieder Info-Anhänger geheftet, die auf die Möglichkeit der Dauermiete hinweisen. Eine Jahreskarte für die Radstation kostet 70 Euro im Jahr, eine Monatskarte 7 Euro, eine Tageskarte 0,70 Euro.

Die Öffnungszeiten der Radstation Dormagen wurden bereits vor einiger Zeit erweitert. "Derzeit ist die Radstation für Kunden von Montag bis Freitag jeweils von 6.30 bis 18 Uhr geöffnet", erklärt Wilma Sadowski, Fachbereichsleiterin Arbeit und Beschäftigung der Caritas.

Auch außerhalb der Öffnungszeiten ist der Zugang für die Inhaber einer vorher in der Radstation oder im benachbarten SVGD-Kundencenter erworbenen Karte möglich. Die Dreh- und die Schiebetür können damit rund um die Uhr genutzt werden. "Leihfahrräder können ebenfalls außerhalb der Öffnungszeiten anhand einer Chipkarte zurückgegeben werden", ergänzt Sadowski, dass auch nach Ausflügen eine spätere Rückgabe möglich ist. Denn es können am Bahnhof Dormagen Leihfahrräder in der Radstation (für 10 Euro am Tag) geliehen werden, was sich noch nicht richtig rumgesprochen hat, wie Dirk Jünger bedauert: "Da hoffen wir auf mehr Resonanz, gerade bei der Ausleihe der beliebten E-Bikes."

In der Radstation werden auch kleinere Reparaturen am Fahrrad erledigt, das Rad komplett gereinigt oder Radtouren organisiert. Für den Service stehen Mitarbeiter zur Verfügung, die meist über Maßnahmen des Jobcenters eingestellt werden. "Jetzt haben wir ein neues Projekt der Sozialen Teilhabe", weist Jünger darauf hin, dass dadurch "aus Maßnahme-Teilnehmern Kollegen geworden sind": Vier Mitarbeiter der Radstation Dormagen haben einen auf zwei Jahre befristeten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag über bis zu 30 Stunden. "Das steigert auch das Selbstbewusstsein", so Jünger.

Quelle: NGZ
 
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