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Interview Bele Hoppe Und Martin Mertens
"Wir verkaufen uns nicht unter Wert"

Interview Bele Hoppe Und Martin Mertens: "Wir verkaufen uns nicht unter Wert"
Wirtschaftsförderin Bele Hoppe mit Bürgermeister Martin Mertens im neuen Café der "Vinhoteca Centro" an der Rudolf-Diesel-Straße. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Trotz der Beschränkung durch die Landesplanung hofft die Rommerskirchener Verwaltung, über den fast komplett vermarkteten Gewerbepark V hinaus weitere Gewerbeflächen in der Zukunft anbieten zu können.

Frau Hoppe, Sie sind seit knapp anderthalb Jahren Wirtschaftsförderin von Rommerskirchen. Wie sind Ihre Erfahrungen?

Bele Hoppe Es macht Spaß, im Rathaus-Team zu arbeiten. Wir konnten schon neue Projekte ins Leben rufen wie "Rommerskirchen barrierefrei" oder gemeinsam mit der IHK das "Heimatshoppen". In Rommerskirchen gibt es einen starken Einzelhandel und viele Dienstleister, leider seit Anfang 2014 keine Werbegemeinschaft. Daher haben wir 2015 den Runden Tisch ins Leben gerufen, der gut angenommen wird. Etwa 30 Unternehmer nehmen daran teil.

Herr Mertens, braucht Rommerskirchen eine Werbegemeinschaft?

Martin Mertens Das wäre wünschenswert, wenn sich wieder eine Werbegemeinschaft bilden könnte. Dabei möchten wir die Einzelhändler gern unterstützen. Die Gemeinde wäre sicher mit einem Vertreter in einem Vorstand dabei. Wir merken, dass viele, auch neue Händler, etwas für ihren Ort tun möchten. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Gewerbetreibenden einen Weihnachtsmarkt zu initiieren.

Ist die Gemeinde konkurrenzfähig im Ballungsgebiet zwischen den großen Städten?

Mertens Rommerskirchen hat viele Vorteile, profitiert von der guten Lage und der guten Verkehrsanbindung an den Kölner, aber auch den Düsseldorfer oder den Aachener Raum. Dazu kommt jetzt bald auch das schnelle Internet. Ein weiterer Vorteil unserer überschaubaren Größe ist die persönliche Ansprache: Unsere Wirtschaftsförderung steht in engem Kontakt zu den Unternehmen, die das honorieren, auch indem sie Rommerskirchen bei ihren Unternehmer-Kollegen empfehlen. Durch positive Mundpropaganda haben wir schon einige neue Betriebe ansiedeln können.

Welche Kontakte sind das?

Hoppe Die Wirtschaftsförderung sieht sich als erster Ansprechpartner der Unternehmer, auch über das Ansiedlungsgespräch hinaus. Da helfen wir als Dienstleister für die Dienstleister auch mal bei der Vermittlung eines Kita-Platzes. Das Vertrauensverhältnis zwischen Gemeinde und Unternehmer ist gut. Wir versuchen, die Unternehmer durch den Runden Tisch und die Unternehmerforen zusammenzubringen, um Synergieeffekte zu erzielen. Dazu laden wir auch neue Unternehmer schon ein, bevor sie hier eröffnet haben.

Gibt es noch Platz im Gewerbepark?

Hoppe Die Flächen im Gewerbepark V sind zum Großteil bereits veräußert. Nur im vorderen Bereich gibt es noch eine rund 10.000 Quadratmeter große Fläche, die wir gern größeren Unternehmen anbieten wollen, anstatt sie in kleinere Abschnitte zu unterteilen.

Gibt es genügend Interessenten?

Mertens Rommerskirchen ist in der komfortablen Situation, dass wir uns die Unternehmen aussuchen können. Die Nachfrage ist sehr hoch.

Liegt das an besonders niedrigen Preisen?

Mertens Wir verkaufen uns nicht unter Wert. Die Preise liegen im Mittelbereich. Pro Quadratmeter sind es zurzeit 64,90 Euro. Es gibt höhere und niedrigere Preise in umliegenden Kommunen.

Gibt es weitere Gewerbeflächen, die in weiterer Zukunft entwickelt werden könnten?

Hoppe Wir arbeiten an interkommunalen Gewerbegebieten, auch über die Bezirksregierungsgrenze hinaus, so neben Grevenbroich auch mit Bedburg und Bergheim als Planungsverbund. Da sind wir für innovative Ansätze offen.

Mertens Wir konnten nachweisen, dass wir unsere Gewerbegebiete immer schnell vermarkten konnten, daher ist der Bedarf an weiteren Flächen da. Wir hoffen in naher Zukunft auf eine weitere Gewerbegebiet-Erweiterung am Ortsrand.

DAS INTERVIEW FÜHRTE CARINA WERNIG.

Quelle: NGZ
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