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Dormagen
Wirtschaftsförderung soll GmbH werden

Dormagen: Wirtschaftsförderung soll GmbH werden
Jörg Lennardt (r.) und Bürgermeister Erik Lierenfeld präsentierten im Februar die Unternehmensbefragung. FOTO: ati
Dormagen. Seit Herbst vergangenen Jahres nimmt die Unternehmensberatung experconsult (Dortmund) die Dormagener Wirtschafts- und Marketinglandschaft unter die Lupe, auf der Suche nach der besten Organisationsstruktur. Nun scheint sie gefunden. Von Klaus D. Schumilas

Jedenfalls kommen die Berater zu dem Ergebnis, dass die (noch) städtische Wirtschaftsförderung in eine GmbH ausgegliedert und mit dem Stadtmarketing zusammengelegt werden sollte. Gegenüber dem heutigen Ausgabenansatz für Wirtschaftsförderung (ohne Stadtmarketing) ergäbe sich daraus eine Erhöhung um 100.000 Euro auf rund 650.000 Euro. Jetzt hat die Politik das Wort. Sie soll die Expertise diskutieren, ehe sie im Hauptausschuss am 14. Juni offiziell auf die Tagesordnung kommt. Im Herbst soll dann im Rat eine Entscheidung getroffen werden.

Für Jörg Lennardt, der für experconsult die Federführung für dieses Projekt hat, spricht im Vergleich zum Verbleib im städtischen Amt für den Wechsel in eine GmbH, dass diese "unternehmerisch" wirke, Vertragsgestaltungen "flexibler" gehandhabt werden können oder eine Entscheidungshoheit über das Budget "ohne Verwaltungszwänge" möglich ist. Gegenüber der bisherigen Struktur mit sieben Mitarbeitern in der Wirtschaftsförderung und im Stadtmarketing (das zur Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen gehört) wären es in der neuen Struktur 9,5 Vollzeitkräfte. Die Integration des Stadt- und Standortmarketings in die Wirtschaftsförderung ist eine klare Empfehlung von experconsult.

Die Dortmunder Experten haben eine Leitidee für die Zukunft von Dormagen formuliert: "Die Verbindung von einem starken Wirtschaftsstandort mit einem attraktiven Wohnstandort". Es ist das Ergebnis der vorangegangenen Befragung von 111 Unternehmen sowie Gesprächen mit wichtigen Akteuren in der Stadt. Daraus ergaben sich vier Handlungsfelder, aus denen das Unternehmen Empfehlungen und Visionen ableitete. Beispiel Unternehmen: "Wir schlagen vor", so Lennardt, "dass die Wirtschaftsförderung noch aktiver auf Unternehmen zugeht, den Service für Unternehmen ausbaut und ihren Internetauftritt verbessert." Beispiel Fachkräfte: Die Wirtschaftsförderung soll den Standort in den Sozialen Medien besser vermarkten, um auch junge Leute am Standort zu halten und anzulocken. Empfohlen wird auch eine Stellenbörse in Zusammenarbeit mit den örtlichen Unternehmen. Beispiel Gewerbeimmobilien und -flächen: Die Stadt soll Sofortmaßnahmen zur Entwicklung von Flächen ergreifen, Unternehmen bei der Suche nach Fläche oder Immobilien intensiver unterstützen. Beispiel Marketing: Die Stadt soll sich auf einer übersichtlichen Homepage neu präsentieren, die positiven Standtortfaktoren (Zons, Kloster, Tannenbusch) intensiver vermarkten, die heimischen Unternehmen auf einer neuen Homepage präsentieren und verlinken. "Dormagen muss als Marke verstanden und kommunziert werden", sagt Jörg Lennardt. Erster Schritt: "Entwicklung eines unverwechselbaren Standortprofils."

Quelle: NGZ
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