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Dormagen
Wunschzettel für Baugebiet Nievenheim

Dormagen. Dieses Jahr hat die besonderen Anforderungen für den Wohnungsmarkt in Dormagen gezeigt: mehr öffentlich geförderte Wohnungen, Wohnungen für Flüchtlinge, die hier heimisch werden. Das Baugebiet IV böte eine Chance. Von Klaus D. Schumilas

Rund 500 Menschen werden in den nächsten Jahren im Norden von Dormagen eine neue Heimat finden. Im Areal nördlich des Hallenbads, östlich der Straße Im Scheidpatt und westlich der Eisenbahntrasse entsteht bald das derzeit größte Baugebiet der Stadt, Nievenheim IV. Eine Chance für eine bunte Nachbarschaft, in der vielfältige Wohnformen verwirklicht werden können. So sehen es jedenfalls führende Planungspolitiker aus CDU und SPD, die ihre Vorstellungen auf einem Wunschzettel festhalten.

Die Planung sieht einen Gebäudemix aus gut 160 Wohneinheiten vor, die Interessenten können zwischen Einfamilienhäusern, Doppel- und Reihenhäusern und Wohnungen in Mehrfamilienhäusern wählen. Sonja Kockartz-Müller, planungspolitische Sprecherin der SPD, blickt mit gemischten Gefühlen nach Nievenheim. Als Verfechterin eines ausreichenden Angebots von bezahlbarem Wohnraum erwartet sie, dass vor allem Investoren der Mehrfamilienhäuser dort an finanzschwächeres Klientel denken. "Leider sind zu viele auf einen schnellen ,return of invest' aus."

Das Jahr 2015 hat in Dormagen Anforderungen für den Wohnungsmarkt deutlich gemacht: In einer gewachsenen Nachbarschaft in Hackenbroich konnte keine Zustimmung für Seniorenwohnungen bzw. öffentlich gefördertes Wohnen im Bereich der Alten Schule erzielt werden, trotz eines entsprechenden Bedarfs. Die Flüchtlingswelle wird Druck auf den Markt machen, weil es viele Menschen gibt, für die Dormagen zur Heimat werden wird. "Die Stadt könnte sich von Investoren für Mehrfamilienhäusern Kontingente für die Flüchtlingsunterbringung zusichern lassen", schlägt CDU-Fraktionsvorsitzender André Heryschek vor, "und diese nach Bedarf anmieten." Er spricht sich für einen "ausgewogenen Wohnungsmix" aus. Dazu gehören auch "partnerschaftliche Wohnmodelle". In diese Richtung zielt die Genossenschaft "Nachbarschaftlich Wohnen in Dormagen". Mit bislang 24 Mitgliedern wollen sie in einem Teilbereich "anders" wohnen und in einer hofähnlichen Anlage Begegnungen der Bewohner unterschiedlichen Alters und in Lebenssituationen ermöglichen. Während dieses Vorhaben realistisch ist, wird es dort aus Platzgründen keine Klimasiedlung geben. SPD-Ratsfrau Kockartz sieht die Planung ohnehin als sehr fortgeschritten an, die nur noch bedingt Einfluss auf Bauträger lässt. "Änderungen würden Zeitverlust bedeuten." Stadtsprecher Harald Schlimgen sagt, dass Änderungen theoretisch noch möglich seien, weil es noch keinen Satzungsbeschluss gab. Für eine der beiden Parzellen, die für Mehrfamilienhäuser reserviert sind, "wären bis zu 20 sozial geförderte Wohnungen möglich." Martin Pehe, Planer der Grünen, wünscht sich neben sozialen Aspekten auch einen ökologischen: eine Nahwärmeversorgung. "Wenn wir mit dem Malerviertel einen planerischen Neuanfang starten, werden wir diese Dinge und die veränderten Wohnanforderungen, die in diesem Jahr deutlich wurden, leichter berücksichtigen können."

Quelle: NGZ
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