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Dormagen
Zentrum attackiert Verwaltung wegen Kunstrasenplätzen

Dormagen. Fraktionschef Hans-Joachim Woitzik griff vor allem Beigeordnete Tanja Gaspers an, die sich aber entschieden wehrte. Von Stefan Schneider

Dass ein Ausschussmitglied innerhalb nicht mal einer Minute zwei Mal vom Vorsitzenden des Gremiums zur Ordnung gerufen wird, kommt in Dormagen auch nicht alle Tage vor. Am Donnerstag im Sportausschuss war das so - Beleg für das Reizklima, das sich zuletzt im Zusammenhang mit dem geplanten Bau weiterer Kunstrasenplätze in verschiedenen Ortsteilen entwickelt hatte.

Die Protagonisten beim Wortgefecht: Zentrums-Fraktionschef Hans-Joachim Woitzik, Ausschussvorsitzender Detlev Zenk (SPD) und die städtische Beigeordnete Tanja Gaspers. Woitzik hatte Gaspers im Zusammenhang mit dem Vergabeprozess für die Umwandlung des Zonser Spielfeldes in eine Kunstrasenfläche schwere Vorwürfe gemacht. Woitzik urteilte, die Ausschussmitglieder seien übergangen worden; Gaspers habe gegen einen vor wenigen Wochen gefassten Ratsbeschluss verstoßen, nach dem die Politiker über die Ausstattung der Anlagen zu informieren seien.

Zenk erinnerte Woitzik bei dessen ausholendem Vortrag an die Redezeit und rief ihn zur Ordnung; als Woitzik das mit "Ist mir egal" kommentierte, folgte der zweite scharfe Verweis. Woitzik wiederum nannte Gaspers Vorgehen im Vergabeverfahren für Zons einen "Affront" und giftete: "Ich kann Sie nur ermahnen, Frau Gaspers!" Die Beigeordnete wies Woitziks Vorwürfe entschieden zurück. Für Zons sei "die Beschlusslage bereits eine völlig andere" gewesen; schon im März 2015 habe die Politik dazu ein Raumprogramm beschlossen, der Planungsauftrag sei im Juli 2015 erteilt worden. In der Zwischenzeit habe es keine Beschlüsse gegeben, aus denen die Verwaltung habe entnehmen können, dass das Prozedere geändert werden solle, betonte Gaspers. Folglich fühle sich die Verwaltung erst für die weiteren Schritte an den neuen Ratsbeschluss gebunden. Solidarität mit der Beigeordneten bekundete Bärbel Suling (SPD): "Frau Gaspers hat sich so verhalten, wie es seine Richtigkeit hat. Ich habe den Eindruck, dass sich bestimmte Politiker hier profilieren wollen."

Ein neuer Beschluss zu den Kunstrasenplätzen wurde nicht gefasst. Einverständnis gab es aber für den Vorschlag von Andreas Buchartz (CDU): Wenn das Ergebnis der Ausschreibung für Zons vorliegt, wird es der Niederschrift zur Ausschusssitzung beigefügt.

Quelle: NGZ
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