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Dormagen
Zentrum fordert einen Energiemanager

Dormagen: Zentrum fordert einen Energiemanager
Hausmeister Hasan Kabayel an den Wasserzählern im Schulzentrum Hackenbroich. DieZentrumsfraktion wünscht sich eine tägliche Überwachung der Energieverbräuche in den städtischen Liegenschaften und einen Energiemanager. Foto: Anja Tinter FOTO: Tinter Anja
Dormagen. Fraktionschef Hans-Joachim Woitzik erneuert im Betriebsausschuss Eigenbetrieb seine Kritik an der Strategie der Stadt zum Energiesparen. Das Gutachten eines externen Fachbüros fürs Schulzentrum Hackenbroich sei überflüssig gewesen. Von Stefan Schneider

Hans-Joachim Woitzik fühlt sich bestätigt. Ein halbes Jahr ist es her, dass der Fraktionsvorsitzende des Zentrums harte Kritik an einem Vortrag geübt hatte, den Diplom-Ingenieur Ralf Weber von der Firma Adapton Energiesysteme im Betriebsausschuss Eigenbetrieb gehalten hatte. Webers Firma war von der Stadt beauftragt worden, basierend auf dem Jahr 2015 ein Gutachten zum Energieverbrauch im Schulzentrum Hackenbroich samt Turnhalle zu erstellen. Kosten laut Woitzik: 50.000 Euro. Erkenntniswert aus dem Referat nach seiner Einschätzung: gering. Jetzt hat die Stadt im Betriebsausschuss den kompletten Energiebericht des Büros Adapton vorgelegt, der 22 Seiten umfasst. Und Woitzik bleibt bei seiner Meinung: Das Geld hätte sich die Stadt sparen können.

"Strom- und Wasserzähler hätte die Stadt auch von eigenen Kräften ablesen lassen, digitale Zähler auch in Eigenregie einbauen können", sagt der Politiker. Das Gutachten "enthält nichts, auf das man nicht selber hätte kommen können", findet Woitzik.

Wer das Gutachten liest, kann kaum widersprechen. Einige Aussagen klingen banal, selbstverständlich oder streifen den Bereich der unfreiwilligen Komik. Zum Beispiel zum Thema Strom: "Im Verbrauchsprofil sind die Schulferien klar zu ernennen." Und weiter: "Kein Verbrauch in den Sommerferien, da Wärmeversorgung komplett abgeschaltet - sehr gut!" Oder auch "Im Oktober zeigt sich ein kurzzeitiger Rückgang im Wärmeverbrauch aufgrund Heizungsstörung." Ebenfalls nicht gerade überraschend eine Aussage in der Auswertung zum Trinkwasserverbrauch im Schulzentrum Hackenbroich: Der gehe "in den Ferien fast auf Null zurück".

Ähnlich unbefriedigend klingen einige Passagen im Kapitel "Einsparpotenziale". Für den Vergleich mit den Vorjahren (Schülerzahl) lägen noch nicht genügend Daten vor. Auch der Vergleich mit anderen weiterführenden Schulen sei "nicht möglich, da hierfür keine Vergleichs- oder Zielwerte veröffentlicht werden", heißt es im Gutachten. Immerhin schlägt die Firma Adapton einige Maßnahmen vor, um den Energieverbrauch im Schulzentrum zu senken. Dazu gehören der Austausch der Fenster und die Dämmung der Außenwände sowie die Ertüchtigung der Lüftungsanlagen, außerdem die Installation weiterer Stromzähler.

Viel zu simpel findet das Hans-Joachim Woitzik. Die Stadt solle den bisherigen Weg des Energiemonitorings an Schulen verlassen und einen Energiemanager beschäftigen, der sich mit allen städtischen Liegenschaften auseinandersetzt - täglich. Ungewöhnlich hohe Verbräuche, etwa durch einen Wasserrohrbruch oder eine vergessene Hallenbeleuchtung, würden dann sofort auffallen und nicht erst mit teils großer Verspätung. Die Stadt könne schneller reagieren und Energieverschwendung prompt stoppen.

"Die Stelle könnte sich so quasi selbst finanzieren", glaubt Woitzik. Weil man für derartige Kontrollen "kein Hochschulstudium braucht", wie der Politiker salopp formuliert, sei ein Sachbearbeiter als Energiemanager ausreichend. Zudem könne die Stadt die Effektivität der Stelle zunächst mithilfe einer Befristung testen. "Und vielleicht gibt es ja für eine solche Maßnahme zum Energiesparen auch Zuschüsse", orakelt Woitzik.

Quelle: NGZ
 
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