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Dormagen
Zentrum: "Stadt will Bürgerbegehren behindern"

Dormagen: Zentrum: "Stadt will Bürgerbegehren behindern"
Laut Zentrum kann das Hallenbad preiswerter saniert werden. FOTO: ati
Dormagen. Ein Vorwurf zielt dahin, dass die Kostenschätzungen für die Sanierung des Hallenbades Nievenheim viel zu hoch sind.

Die Zentrumsfraktion bezweifelt die Angaben der Stadt zu den Sanierungskosten des Hallenbads Nievenheim. "Deren Schätzung ist vollkommen überhöht", sagt Vorsitzender Hans-Joachim Woitzik. Anstatt der genannten 5,1 Millionen Euro würden die Kosten für eine Sanierung 3,2 Millionen Euro netto betragen. Das Zentrum bezieht sich auf das Gutachten des Fachbüros Altenburg von 2012. "Selbst bei der Annahme einer Kostensteigerung von zehn Prozent würden aktuell ca. 3,5 Millionen Euro netto als Sanierungsaufwand zu Buche schlagen", so Woitzik. Dies sei die Summe, für die man auch einen schlüsselfertigen Neubau des Hallenbades in seiner jetzigen Form erhalten könnte.

Die IG Nievenheim hat ein Bürgerbegehren für Sanierung und Weiterbetrieb des Hallenbads initiiert und sammelt derzeit Unterschriften für einen Bürgerentscheid. Rund 3000 sind nötig, über 1000 hat die IG beisammen. Die standardisierten Unterschriften müssen bei diesem Thema eine solche Kostenschätzung der Verwaltung beinhalten, dazu kann die IG ihrerseits eine Entgegnung setzen. Neben dem Investitionsvolumen von 5,1 Millionen Euro gibt die Stadt bei einem Weiterbetrieb des Bades zusätzliche Verluste von jährlich rund 850.000 Euro an.

"Die Verwaltung verunsichert die Bürger durch falsche Aussagen zu Ratsbeschlüssen und überhöhten Kostenschätzungen", sagt Woitzik. Er spricht davon, dass der "Versuch der Behinderung des Bürgerbegehrens durch die Verwaltung offensichtlich ist". So gebe es bis heute entgegen den Aussagen der Verwaltung keinen Ratsbeschluss zur Schließung und zum Abriss des Hallenbades. Ein Mittel zur deutlichen Reduzierung der Baukosten um bis zu 90 Prozent wäre die rechtzeitige Beantragung von Fördermitteln für die Sanierung. Weiterhin werden auch die zukünftigen Betriebskosten des Hallenbades in Nievenheim von der Verwaltung deutlich zu hoch angesetzt. Sie betragen laut Zentrum für ein grundsaniertes Hallenbad jährlich ca. 300.000 Euro und nicht 851.000 Euro, wie von der Verwaltung dargelegt. "Ein solches Defizit kann der städtische Haushalt verkraften", so Woitzik.

(schum)
 
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