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Ärger in Dormagen
Zirkus kappt Stromleitung - wer haftet?

Ärger in Dormagen: Zirkus kappt Stromleitung - wer haftet?
Gleich neben dem rot-blauen Zelt des Circus Zappzarapp waren am Montag Arbeiter damit beschäftigt, den Platz an der Florianergasse in Nievenheim nach dem Schaden an der Stromleitung wieder herzurichten. FOTO: ssc
Dormagen. Ein von einem Mitarbeiter des Circus Zappzarapp in den Boden gerammter Ankernagel hat ein wichtiges Kabel getroffen. Dadurch wurde die Strom-Versorgung in zwei Dormagener Stadtteilen gestört. Nun stellt sich die Frage nach der Verantwortung. Von Stefan Schneider

Wer am Sonntagmittag in Nievenheim oder Delrath Fernsehen schaute, Essen kochte oder einer anderen Beschäftigung nachging, für die Stromzufuhr unerlässlich ist, musste seine Tätigkeit gegen 12.50 Uhr für rund zwei Stunden unterbrechen. Gezwungenermaßen: Der Strom war weg.

Die Ursache war ungewöhnlich. In Nievenheim waren zu der Zeit Mitarbeiter des pädagogischen Circus Zappzarapp, der in dieser Woche ein Projekt mit der Friedensschule organisiert, mit dem Aufbau ihres Zeltes beschäftigt gewesen. Das wurde im Bereich Florianergasse/Poststraße aufgerichtet. Zur Befestigung des Zeltes mit Seilen wurden große, massive Ankernägel in den Boden getrieben.

Einer davon traf ein so genanntes Mittelspannungskabel; es wurde so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass die Elektrizitätsversorgung in den beiden Ortsteilen unterbrochen war, teilweise für Stunden. Pech oder eine vermeidbare Panne?

"Glücklicherweise ist niemand zu Schaden gekommen", teilte Carina Backhaus, Sprecherin der Energieversorgung Dormagen (evd), gestern mit. Der Bereitschaftsdienst des Unternehmens sei schnell vor Ort gewesen und habe sofort mit der Fehlersuche und Behebung des Schadens begonnen. "Bereits nach einer halben Stunde waren ein Drittel der betroffenen Haushalte wieder mit Strom versorgt. Bis ca. 15 Uhr konnte die Stromversorgung sukzessive in allen Haushalten wiederhergestellt werden", sagte Backhaus. Gestern waren Bauarbeiter damit beschäftigt, das Loch an der Baustelle wieder zu schließen.

Der Vorfall warf jedoch Fragen auf. Denn das schmucke rot-blaue "Chapiteaux", wie der Circus Zappzarapp sein Zelt nennt, wurde nicht auf einer Wiese, einem Feld oder einem anderen unbefestigten Areal platziert, sondern auf einer komplett gepflasterten Fläche. Heißt: Um die Ankernägel in den Erdboden zu rammen, mussten rings um das Zelt im Abstand von jeweils ungefähr zwei Metern Steine aus dem Pflaster herausgelöst werden. Und: Konnten die Circusleute wissen, wo die Versorgungsleitungen herliefen, hätten also besser achtgeben müssen?

Eine Erlaubnis zur Errichtung des Zeltes an dieser Stelle hatte der Zirkus jedenfalls eingeholt, wie Dormagens Stadtsprecher Harald Schlimgen auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt: "Das Aufstellen des Zirkuszeltes war durch das Ordnungsamt genehmigt." Auch gegen das Herausnehmen und Wiedereinsetzen von Pflastersteinen zum Einschlagen der Ankernägel gebe es seitens der Stadt keine Bedenken.

Seitens der Friedensschule seien im Zusammenhang mit dem Gastspiel des Circus Zappzarapp eine Planauskunft zur Lage der Leitungen bei der evd eingeholt worden, berichtete Schlimgen. "Warum dennoch eine Stromleitung getroffen wurde, wird derzeit geklärt. Das Selbe gelte für die Frage, wer den Schaden tragen muss. "Dabei werden gegebenenfalls auch die jeweiligen Haftpflichtversicherer einbezogen", sagte der Stadtsprecher. Das Zirkusprojekt der Friedensschule könne wie geplant stattfinden. Der Circus gastiert bis 29.April in Dormagen.

Quelle: NGZ
 
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