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Dormagen
Zons ist bis Herbst Baustelle

Dormagen: Zons ist bis Herbst Baustelle
Vinzenz Borchert überwacht als Archäologe die Bauarbeiten rund um das Kreismuseum in Zons. FOTO: s. büntig
Dormagen. Vor dem Kreismuseum in Zons türmen sich Erdhaufen; auf der Rückseite werden Gräben ausgehoben. Bis November wird das Areal saniert. Nun sind bei den Arbeiten Pflastersteine aus dem 18. Jahrhundert entdeckt worden. Von Jens Krüger

Der Vorplatz des Kreismuseums in Zons sieht derzeit aus, als hätte sich im Erdreich ein Riesenmaulwurf niedergelassen. Zwei stattliche Haufen türmen sich hinter der Absperrung, daneben Geröll und eine gerippte Baggerschaufel, die die Pranke eines Urzeitsauriers sein könnte. Ein großes Banner an der Museumsfassade unterrichtet die Besucher, dass das Kreismuseum derzeit nur von der Rückseite betreten werden kann.

Es wird gebaut und saniert rund um das Kreismuseum. Insgesamt 1,3 Millionen Euro – Mittel aus dem Konjunkturpaket II – stehen dem Rhein-Kreis Neuss für die Arbeiten zur Verfügung. "Vorne haben wir mit dem Abbruch des Vorplatzes begonnen, hinten laufen die Entwässerungsarbeiten", erklärt Franz Steves vom Amt für Gebäudewirtschaft des Kreises, das die Baumaßnahmen koordiniert. Immer in der Nähe ist Vinzenz Borchert, Archäologe der baubegleitenden Firma. Der schmale Mann mit Nickelbrille, Schiebermütze und natogrüner Jacke hat bereits die ersten Spuren der Vergangenheit im Vorderbereich des Kreismuseums entdeckt: Pflastersteine aus dem 18. Jahrhundert und einen Maueransatz. "Das Areal ist reich an Geschichte", sagt Borchert. Dementsprechend vorsichtig müssen die Sanierungsarbeiten angegangen werden.

Baukoordinator Franz Steves rechnet damit, dass die Bauarbeiten noch bis November andauern werden – also noch während der gesamten Touristensaison. "Die Altstadt ist weiter begehbar, aber natürlich wird das Bild Zons' durch die Bauarbeiten derzeit gestört", sagt Jürgen Waldeck, Denkmalschutzbeauftragter der Stadt Dormagen. Doch Waldeck hat auch eine gute Nachricht: Der Termin für den Matthäusmarkt im September ist nicht gefährdet. "Wir mussten die Veranstaltung zwar umplanen, weil einige Flächen nicht nutzbar sind", so Waldeck. Dafür soll der Vorbereich der Freilichtbühne diesmal mit genutzt werden. 20 bis 25 Stände sollen im so genannten Zwinger aufgebaut werden. Mit der Saison, wie sie bis jetzt angelaufen ist, ist Waldeck inzwischen zufrieden. Nach anfänglicher Probleme mit dem Wetter sei die Nachfrage nach Führungen und Infomaterial gestiegen. Im Herbst soll schließlich auch noch das Mühlenfest nachgeholt werden.

Was der Archäologe Vinzenz Borchert bis zum Ende der Arbeiten noch finden wird, bleibt eine Überraschung. "Bis auf den natürlichen Boden" wird das Erdreich untersucht. Wahrscheinlich seien Funde aus der Zeit nach der Stadtgründung. Möglich ist laut Borchert bei jeder Grabung vieles: "Schichten aus der Eiszeit, der Steinzeit – oder sogar Dinosaurierknochen."

Quelle: NGZ
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