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Dormagen
"Zonser Garnison" muss die Heimat verteidigen

Dormagen: "Zonser Garnison" muss die Heimat verteidigen
Abwehrbereit: Rudolf Dick (l.) und Wolfgang Göddertz (r.). von der "Zonser Garnison; mit Guido Schenk (2. v. l.) und Jürgen Waldeck (3. v. l.). FOTO: Anja Tinter
Dormagen. 150 mittelalterliche Krieger stellen am Mai-Feiertag den Angriff von Karl dem Kühnen nach. Spektakel mit Ständen, Zelten und Aktionen. Von Franziska Gräfe

"Semper virgo" sei die Stadt Zons, stets jungfräulich geblieben und niemals einer feindlichen Eroberung erlegen. So notierte es einst ein Zonser Chronist. Bleibt zu hoffen, dass die Geschichte der Zollfeste nicht bald schon umgeschrieben werden muss. Denn am Samstag, 30. April, und Sonntag, 1. Mai, wird zum "Sturm auf Zons" geblasen. Rund 150 spätmittelalterliche Krieger wollen dann den Angriff der Burgunder unter Karl dem Kühnen nachstellen, wie er sich während des Neusser Krieges im Jahr 1475 zugetragen hat.

Re-Enactment nennt sich diese Art der Aufführung, bei der historische Schlachten - man denke an die Völkerschlacht bei Leipzig, Waterloo oder Gettysburg - von oft hunderten Darstellern inszeniert werden. Für Zons wäre es das erste derartige Spektakel, erklärt Initiator und Ideengeber Wolfgang Göddertz, der sich in erster Linie von der bekannten "Soester Fehde" hat inspirieren lassen. "Wir führen etwas auf, was genau so an genau diesem Ort stattgefunden hat", betont der Hauptmann der "Zonser Garnison", einer Gruppe von Männern und Frauen, die sich in ihrer Freizeit der spätmittelalterlichen Waffentechnik und Lebensart widmen. Und auf eines besonderen Wert legen, nämlich darauf, dass Gewandung und Waffen zur dargestellten Zeit passen und nicht der Fantasie entspringen.

Die im historischen Kontext dem Kölner Domkapitel unterstellte "Zonser Garnison" wird zur Verteidigung der Zollfeste antreten, wenn die Soldaten Karls des Kühnen die Stadtmauern von der Südseite her zu erstürmen suchen. Viele Aktive haben bislang zugesagt. Geplant sind einstündige Vorführungen jeweils samstags und sonntags am Wochenende des 1. Mai, an dem in Zons mit dem Tanz in den Mai traditionell auch die Eröffnung der Fremdenverkehrssaison gefeiert wird. Göddertz hat deshalb die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft (SVGD) und den Heimat- und Verkehrsverein mit ins Boot geholt. "Die Saisoneröffnung fällt auf ein Wochenende, so dass es sich anbietet, das Programm zu erweitern", sagt Guido Schenk von der SVGD.

Flankiert wird das Schlachtengetümmel von einem mittelalterlichen Lager auf den Rheinwiesen, wo Besucher sich ein Bild vom Leben der Söldnerfamilien machen können. Sie zogen als Tross mit den Vätern und Ehemännern durchs Land. Wolfgang Göddertz nutzt zudem seine Kontakte in der Mittelalterszene, um mit Uwe Schneevoigt als Partner und Kommandant der Angreifer hochwertige Händler zu gewinnen, die ihre Stände im Zwinger vor der Freilichtbühne aufbauen werden. Broschen, Krimskrams, Waffen und Rüstung aus vergangenen Zeiten soll es geben, aber auch ein Angebot für weniger geschichtsaffine Besucher. "Wir rechnen mit 15 bis 20 Ständen, dazu planen wir Aktionen für Kinder, und sicherlich steht auch irgendwo eine Taverne mit Met", so Göddertz. Er wird am Veranstaltungswochenende als Hauptmann "Wolfgang von Barrenstein" seine Soldaten befehligen.

Infos www.zonser-garnison.webnode.com

Quelle: NGZ
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