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Dormagen
Zonser Narren im Besitz des Rathausschlüssels

Dormagen. Mit der traditionellen Schlüsselübergabe startete gestern die KG Rot-Weiß Feste Zons in die heiße Phase des Karnevals. Von Franziska Gräfe

Da war jemand der Zeit gedanklich ein gehöriges Stück voraus: "Ich wünsche Euch ein tolles Schützenfest", rief Peter Norff dem Elferrat zu und sorgte damit für Lacher im Zelt. Natürlich meinte der Vorsitzende der St. Hubertus-Schützengesellschaft den bevorstehenden Straßenkarneval, der in Zons traditionell einige Tage früher mit der Schlüsselübergabe an die Narrenoberhäpter der KG Rot-Weiß Feste Zons 1966 e.V. eingeläutet wird.

So auch gestern Nachmittag, und Norff war mit seiner Abordnung des Schützenvereins bei weitem nicht der einzige Ehrengast und Zeuge, wie die Hoheitsgewalt in Zons symbolisch in Form des Rathausschlüssels ans Narrenvolk übergeben wurde. Dezernentin Tanja Gaspers war, in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters, zu diesem Akt nach Zons gekommen, mit lobenden Worten ("Karneval steht für Weltoffenheit und Toleranz, schafft Gemeinsamkeit und gute Laune") und dem neuen Stadtlogo nebst Slogan "Dormagen. Natürlich! Am Rhein" im Gepäck.

Sitzungspräsident Frank Wimmer übersetzte für alle Anwesenden sogleich in die Sprache der Zollstädter. "Wir sagen das so: Wo isset schön? In Zons natürlich." Und dort wird bis Aschermittwoch nach den Geboten des rot-weißen Prinzenpaares Michael I. Nipkow und Prinzessin Sissi gefeiert. Sich verkleiden, die Stadt rot-weiß schmücken, am Rosenmontag (nur) Kamelle regnen lassen - das alles dürfte den Jecken nicht schwer fallen. Gute Wünsche, Grüße und Scheinchen überbrachten gestern unter anderem der TTV Zons, die Kultur- und Heimatfreunde, die SG Zons, der Heimat- und Verkehrsverein, die VR Bank, der FC Zons, das Tambourcorps, die Bürgerstiftung, der SPD-Ortsverein und Diakon Ronald Brings für die Pfarre St. Michael. Jecke Fründe waren aus Stürzelberg, Anstel und Dormagen angereist. "Wir sind uns alle sehr nah gekommen", beichtete Prinz Ralph vom Dreigestirn der KG "Ansteler Burgritter", und meint damit das fast schon familiäre Verhältnis der Karnevalisten im näheren Umkreis. Jungfrau Holgi I. von den "Ahl Dormagener Junge" machte seiner Amtskollegin Sissi das wohl liebreizendste Kompliment der Session. Jeden Morgen, so Holgi, befrage sie ihren Spiegel, wer die Schönste im Lande sei, und erhalte die Antwort: "Ihr, Holgi, seid die Schönste im ganzen Land, aber im Schloß Friedestrom, da wohnt die Sissi, und die ist noch tausendmal schöner als Ihr."

Weil Traditionspflege in Zons groß geschrieben wird, hat die Würdigung langjähriger Mitglieder stets einen festen Platz bei der Schlüsselübergabe. Leider waren von den närrischen Jubilaren nur wenige gekommen. Auch der Aufruf einer langen Liste geladener Gäste von SWD, SVGD, Kreis und Stadtverwaltung, allesamt abwesend, sorgte für einen kurzen Moment der Irritation. Hubert-Wilhelm Wimmer aber erinnerte an die Tradition des Prinzenpaars aus Vater und Tochter, die in Zons lange gepflegt wurde.

Eine weitere Zonser Eigenheit sind die stolzen Tanzgarden, die zunächst bei der Kindersitzung, dann bei der Schlüsselübergabe ein prächtiges Bild abgaben. Gut 40 Akteure standen zum Abschluss des närrischen Nachmittags in Zons auf der Bühne.

Quelle: NGZ
 
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