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Dormagen
Zonser sammelt Pfeifen und Pickelhauben

Dormagen: Zonser sammelt Pfeifen und Pickelhauben
Klaus Schaber sammelt seit Jahrzehnten Pfeifen, im Hintergrund ist eine kleine Auswahl seiner umfangreichen Sammlung zu sehen. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Klaus Schaber war sogar einmal Internationaler Westdeutscher Meister im Pfeiferauchen. 151 Exemplare nennt er sein Eigen. Von Franziska Gräfe

Klaus Schaber befindet sich mit seinem Hobby in bester Gesellschaft: Auch Fernsehkoch Horst Lichter zündet sich gerne ein Pfeifchen an, Helmut Schmidt und Herbert Wehner waren ebenso Freunde des würzigen weißen Qualms. Ob einer der Herren die stolze Sammlung von 151 solcher Rauchinstrumente, die Klaus Schaber sein Eigen nennt, toppen könnte, das weiß der 76-jährige Zonser nicht. "Und dabei hab ich lange nicht jede Pfeife behalten, die ich je besessen habe", lacht Schaber.

Mit 18 Jahren hat den Kaufmann im Ruhestand die Leidenschaft fürs Pfeifenrauchen gepackt. Er hat sie über Jahrzehnte hinweg kultiviert. Zigaretten galten als Attribut von Männlichkeit, Pfeifen eher als Insignien durchgeistigter Gelassenheit. Für Schaber ging es allerdings um den Geschmack, als er von der Zigarette zur Pfeife kam. Denn da bietet sich dem Pfeifenraucher eine große Auswahl. "Latakia und McBarren Mixture", antwortet er auf die Frage nach seinen Lieblings-Tabaksorten, die er sich früher stets bei Pfeifen Heinrich in Köln besorgte. "Mindestens einmal in der Woche fuhr er dorthin", erinnert sich Ehefrau Brunhilde schmunzelnd.

Das Paar lebte damals mit Sohn und Tochter in der Domstadt, wo Klaus Schaber vier TV-und Elektronikfachgeschäfte leitete. Die Pfeife war stets dabei. Und die Sammlung wuchs. Klassisch oder stark verziert, gerade oder gebogen, aus Bruyère-Holz oder Meerschaum: Der Blick in Schabers Pfeifenschrank offenbart eine erstaunliche Vielfalt. "Das hier ist eine Jahrespfeife von Stanwell", sagt der Pensionär und legt ein arg verschnörkeltes Exemplar auf den Tisch, dessen Mundstück eher an einen Löffelstiel, der Pfeifenkopf an Wurzelholz erinnert. "Spitfire" heißt ein wenig genutztes, weil großes Modell, "das war mir zu schwer, ich hätte immer die Hand zum Stützen nehmen müssen", erklärt Schaber. Edel wirkt eine Pfeife aus dem Hause Vauen, Jahrgang 2001, "damals an die 600 Mark teuer", so der Sammler.

Heute zündet er sich nur noch selten ein Pfeifchen an, aber 1994, da war Klaus Schaber sogar Internationaler Westdeutscher Meister im Pfeiferauchen. Ziel des Wettbewerbs vor 22 Jahren war, die Pfeife mit lediglich drei Gramm Tabak und drei Streichhölzern so lange wie möglich zu rauchen. Er schaffte Beachtliches: Mit einer Stunde, 33 Minuten und zehn Sekunden ließ der Wahl-Zonser fast 180 Kontrahenten hinter sich. Damals war Klaus Schaber Mitglied der Neusser Pfeifenrunde, dazugekommen über Hans-Jakob Derendorf, einen Nachbarn aus der Zonser Altstadt, wo Klaus und Brunhilde Schaber seit nun schon 26 Jahren leben.

Im Wohnzimmer des historischen Häuschens ist des Mannes Sammelleidenschaft offensichtlich. Er besitzt auch eine Pickelhauben-Kollektion. Der ganze Raum zeugt von der Wertschätzung für Historisches, seien es Bücher anno 1831, Taschenuhren, Zinnsoldaten oder eine kleine Kollektion von Stichwaffen aus dem Ersten Weltkrieg. Brunhilde Schabers Refugium ist die Küche: Sie sammelt alte Kaffeemühlen - doch das ist wieder eine neue Geschichte.

Quelle: NGZ
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