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Dormagen
Zu wenige und zu teure Wohnungen

Dormagen: Zu wenige und zu teure Wohnungen
"Wir suchen eine Wohnung", besser noch ein schönes Haus, sagen Andreas, Stella, Zoé und Justine Keil, die zurzeit noch in Straberg zu Hause sind. Am liebsten würden sich auch in Dormagen bleiben. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Viele Dormagener suchen eine Mietwohnung oder Eigentum. Doch das Angebot ist dünn, das zeigen Portale und sagen Makler. Wer viel Geld ausgibt, ist besser dran. Besserung soll das große Baugebiet Nievenheim IV bringen. Von Klaus D. Schumilas

Familie Keil steckt in einer Zwickmühle: Sie lebt gerne in Straberg und möchte am liebsten dort bleiben. Aber sie findet einfach keine passende Wohnung, besser noch ein Haus, so dass sie ernsthaft mit dem Gedanken spielt, in die Eifel zu ziehen. "Dort gibt es bezahlbare Preise", sagt Andreas Keil. Er ist frustriert, denn seit bald vier Jahren bemüht sich die Familie, zu der neben Ehefrau Justine noch Zoé (6) und Stella (2) gehören, um ein neues Zuhause. Damit sind sie beileibe nicht alleine. Wer in einschlägigen Wohnungs-Portalen beispielsweise auf Facebook schaut, der sieht die oft verzweifelte Suche von Dormagenern. Immobilienexperte Alfred Laufenberg bestätigt: "Der Markt in Dormagen ist eng."

Zurzeit leben die Keils auf 75 Quadratmetern mit drei Zimmern, Küche, Diele Bad und einem Balkon - nicht viel Platz, vor allem, wenn die beiden Mädchen größer werden. "Zoé kommt jetzt in die Schule, da braucht sie einfach ein eigenes Zimmer, um in Ruhe lernen zu können", sagt Mutter Justine. Im Internet, in Tageszeitungen oder per Makler wird nach dem Wunschobjekt Ausschau gehalten. "900 Euro Kaltmiete für eine Vier-Zimmer-Wohnung, das ist einfach zuviel. Da ist es sinnvoller, das Geld in Eigentum zu investieren." Aber dort sieht es nicht besser aus, sagt der 45-Jährige: "Für Objekte, die auch ein etwas größeres Grundstück haben, wo man die Kinder rausschicken kann, werden schnell 400.000 bis 450.000 Euro aufgerufen." In der Eifel, wo seine Frau geboren ist, gibt es eine Option, dort müssten die Keils keine 160.000 Euro bezahlen und bekämen ein Haus mit 200 Quadratmeter Wohn- und 860 Quadratmeter Grundstücksfläche. Inzwischen wurde die Suche auf Grevenbroich, Rommerskirchen und Mönchengladbach ausgedehnt. Bislang ohne Erfolg. Wer in einem großen Immobilienportal sucht, dem werden gerade einmal sechs Objekte (vier Zimmer) für Dormagen angeboten. Bei Mietwohnungen sieht es nicht viel besser aus. Alfred Laufenberg weiß warum: "Gute Wohnungen und Häuser landen gar nicht mehr im Internet. Dort ist der Trend rückläufig. Wenn Makler ein gutes Objekt haben, dann sprechen sie doch zuerst ihre Kunden an." Immobilienscout und Co. verlören "Nutzer und Frequenz". Laufenberg sagt aber auch: "Wer nicht unrealistische Vorstellungen hat, der wird auch fündig." Er weist auf das kommende, große Baugebiet Nievenheim IV hin, dem später das Malerviertel III folgen wird. Im Mietbereich "drängen viele Menschen aus den Metropolen in den Markt. Rund 40 Prozent der Zugriffe auf unsere Internetplattform kommen aus Düsseldorf".

Anja Reinold-Kapff, Vorstandsmitglied des Mietervereins Dormagen, sieht auch die Probleme: "Es hängt letztlich vom Budget ab. Im hochpreisigen Bereich findet man Wohnungen." Alle anderen haben Probleme, vor allem auch dann, wenn es um größere Wohnungen geht oder ein Tier mit dabei ist. Sie stellt fest: "Vermieter sehen Tierhaltung zunehmend kritischer."

Quelle: NGZ
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