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Dormagen
Zwei Fachgeschäfte auf der "Kö" geben auf - Café hat neu eröffnet

Dormagen: Zwei Fachgeschäfte auf der "Kö" geben auf - Café hat neu eröffnet
Neu in Dormagen: Olga Salvati hat an der Kölner Straße ihr "Café der Liebe", Caffè Dell' Amore, eröffnet. FOTO: Klaus Schumilas
Dormagen. Neu in Dormagen: Olga Salvatis "Café der Liebe" mit viel italienischem Flair. Von Klaus D. Schumilas

Es sind bittere Stunden, die Hans-Wilhelm Wallrath, dessen Ehefrau Monika und Simone Strunz derzeit erleben. Sie eint, dass sie Geschäftsleute auf Dormagens Einkaufstraße Nummer eins, der "Kö", sind, und dass sie ihre Geschäfte aufgeben. "Der Handel macht keinen Spaß mehr", sagt Wallrath. Der 65-Jährige führt seit 27 Jahren das Fachgeschäft "Kochen&Design" an der Ecke Nettergasse. Und Strunz sagt: "Es kommt keine Laufkundschaft mehr." Besonders bitter in diesem Fall: Das Uhren-Schmuck-Geschäft Strunz-Kaleja wurde von ihren Eltern schon im Jahr 1949 gegründet. Aus und vorbei.

Der 50-Jährigen blieb nach eigenen Worten nichts anderes übrig, als zum Jahresende aufzugeben. "In den letzten drei Jahren wurde es immer schlimmer", sagt sie. "Der Umsatz ist um bis zu 45 Prozent zurückgegangen." Es sind die Käufe im Internet, die ihr zu schaffen machen, aber auch, "dass hier keine gute Geschäftsinfrastruktur vorhanden ist." Enttäuscht ist die Geschäftsfrau, die 2008 den Laden von ihren Eltern Rita und Heinz-Rudolf übernommen hat, von der Händlergemeinschaft: "Das ist ein Kindergarten, keine Werbegemeinschaft. Es passiert einfach nichts." Sie beklagt den fehlenden Zusammenhalt der Geschäftsleute: "Statt dass jeder sein eigenes Süppchen kocht, bräuchten wir einen Eintopf für alle." Leerstand in der City, ein fehlender Metzger, die hohen Mieten - die Defizite seien hoch, sagt Strunz. Wahrscheinlich wird in den Räumen ein Juwelier einziehen. Sie selbst will sich beruflich noch einmal völlig neu orientieren. "

Frust auch bei "Kochen&Design". In dem Fachgeschäft für alles rund um Küche und Kochen ist gestern der Ausverkauf gestartet. Bis Ende Januar soll alles weg sein. "Bis 2002 ging es noch ganz gut, danach wurde das Geschäft schlechter", sagt der 65-Jährige. Zunehmend macht der "Beratungsklau" zu schaffen, wie er die Unsitte bezeichnet, wenn Kunden sich bei ihm ausführlich beraten lassen, dann aber woanders (Internet) kaufen. Wallrath beklagt ebenso wie Strunz die Rahmenbedingungen. "Kostenloses Parken in der Weihnachtszeit oder an verkaufsoffenen Sonntagen müsste es doch geben", meint er. Dazu kämen unnötig verteilte Knöllchen. "Der Einzelhandel hat keine Lobby." Besonders arg sei die südliche Kölner Straße betroffen, sie sei ein "Elend". Einen Nachfolger haben die Wallraths nicht gefunden. "Für meine Stammkunden tut es mir leid."

Der Ausverkauf läuft, Ende Januar soll für Monika und Hans-Wilhelm Wallrath mit ihrem "Kochen&Design" Schluss sein. FOTO: Klaus D. Schumilas kds

Aber es gibt auch gute Nachrichten aus der City. So wie diese: Olga Salvati hat sich vor kurzem in bester "Kö"-Lage ihren Traum vom eigenen Café erfüllen können und das "Caffè Dell' Amore" eröffnet. Die in Neapel geborene junge Frau ist ganz glücklich und zufrieden, in Dormagen einen schönen Standort gefunden zu haben. Sie wohnt mit ihrem Mann in Köln-Worringen, aber Dormagen hält sie für ihre Geschäftsidee für den deutlich besseren Ort zur Geschäftsgründung. Sie bietet in farbenfrohem Ambiente neben leckerem italienischen Kaffee auch klassisch deutsches Frühstück oder von ihrem Mann gebackene (italienische) Leckereien an. Auch sonntags ist das "Café der Liebe" geöffnet: von 10 bis 17 Uhr.

Quelle: NGZ
 
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