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"Man gewinnt, man verliert", sagt Cheftrainer Sven Schröder (34), der heute im zweiten Saisonspiel mit dem Garather SV gegen die Mannschaft des TSV Urdenbach antreten wird. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. So hoch verlor der Garather SV am vergangenen Wochenende. Trainer und Spieler gehen dennoch hochmotiviert ins heutige Spiel. Von Sven-André Dreyer

So richtig erinnern kann sich Patrick Degner, der seit rund vier Jahren beim Garather Sportverein in der Angriffsposition spielt, an die Wetterbedingungen des vergangenen Sonntags nicht mehr. Nur noch daran, dass der Tag eigentlich ganz gut begonnen hatte, dieser Sommersonntag mitten im August. Später dann zogen die Wolken, die den azurfarbenen Himmel über Garath morgens noch mit lieblichen weißen Schafen vielversprechend getupft hatten, schneller. Rasend schnell sogar. Der Nachmittag schließlich war bewölkt und eher trüb. Nicht kohlrabenschwarz und stockfinster, kein wütendes, tobendes Unwetter am Horizont, aber eben trüb.

Der Begriff "betrübt" trifft dennoch nicht, wie sich die Spieler des Kreisligisten A aus dem neu zusammengestellten Kader der Mannschaft um den dort seit Juli tätigen Cheftrainer Sven Schröder (34) am vergangenen Sonntag gefühlt haben müssen, nachdem sie 90 Minuten später den Platz der Bezirkssportanlage an der Koblenzer Straße verlassenen hatten. "Wir haben einen klaren Sieg der Bilker erwartet", sagt Schröder. "Aber das war eine heftige Qualität des Gegners, für uns eine wirklich schwere Geschichte."

Tatsächlich war das Wetter später Nebensache. Und eigentlich aus heutiger Sicht auch egal - als Erklärung für den Ausgang des Fußballspiels des Garather SV, derzeit auf Tabellenrang 18, gegen Sparta Bilk kann es nicht herhalten. Leider.

"Wir waren sehr betroffen." Auch wenn er am vergangenen Sonntag arbeitsbedingt nicht auf dem Platz stehen konnte, beschreibt Muhammed Özdilek (28), Abwehrspieler mit der Rückennummer Fünf und von seinen Vereinskameraden Mo genannt, die Stimmung der Mannschaft nach dem Spiel. Zunächst herrschte einfach nur Stille, Ratlosigkeit. Denn während sich die Garather in der ersten Viertelstunde sehr gut geschlagen haben, hagelten die Tore später im Minutentakt. Und auch der einzige Treffer der Garather in der 58. Spielminute ging auf die Habenseite der Spartaner - der Ball landete im eigenen Tor.

"So einen Spielausgang habe ich nicht einmal in einer Jugendmannschaft erlebt", sagt auch der 27-jährige Degner und blickt noch einmal zurück auf das Spiel gegen den Konkurrenten aus Bilk. Und so liest sich der Spielbericht auch heute nur mit der Faszikulation des linken Augenlids und einer gewissen Handinnenflächenfeuchte: Allein in der ersten Halbzeit kassierten die Garather als Gastgeber auf dem eigenen Platz sechs Tore. Fünf davon - und damit auch seine ersten fünf Saisontore - erzielte allein der Bilker Alon Abelski. Das sechste schoss sein Bruder Ben.

"Natürlich haben wir versucht uns in der Kabine erneut zu motivieren", erzählt Degner. Dennoch: "Wir standen irgendwann wie perplex neben uns." Und so endete das Spiel gegen die Bilker nach einer Torejagd der Jungs mit den Farben Schwarz und Gelb schließlich denkwürdig und aus Sicht der Garather flau und resigniert mit einem Torverhältnis von 21:0 unter rasenden Wolken an einem Sonntag im August.

Seither wird viel diskutiert. Insbesondere die Plattform Facebook lädt ein zu Spekulationen. "Was war denn da los?", fragt etwa ein Kommentar mit zwei vor Schadenfreude sabbernden Emoticons. Neben spottenden Pöbeleien im Schutz der vermeintlichen Anonymität liest man dort jedoch auch kritische Stimmen. Die etwa von der fragwürdigen Verstärkung der Kreisligamannschaften durch Ex-Profis aus der Zweiten Bundesliga. Und die über mögliche Gehaltszahlungen, die in einer Kreisligamannschaft A eher unüblich, weil aufgrund der limitierten finanziellen Möglichkeiten schlicht unmöglich sind. "Ehemaliger 2. Liga Spieler. Was zahlen die dem?"

Und auch wenn den Garathern die mit Sven Schröder in den vergangenen vier Wochen eingeübte taktische Marschroute im vergangenen Spiel ein wenig verloren gegangen scheint und offensichtlich viele negativ wirkende Faktoren zusammenkamen, gibt sich ihr Chefcoach optimistisch: "Wir können das viel besser."

Probleme, seine Spieler nach einer derart hohen Niederlage wie der am vergangenen Sonntag für das nächste Spiel am heutigen Samstag, 16 Uhr, gegen den TSV Urdenbach zu motivieren, hatte Schröder indes nicht: "Wir haben unser Training intensiviert und machen alles wieder gut", sagt Degner, "Schließlich können wir Fußball spielen."

Quelle: RP
 
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