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Commerzbank
100 Jahre Großbankgeschichte in Düsseldorf

100 Jahre Commerzbank in Düsseldorf - Geschichte der Bank
"Monetentempel" heißt das Gebäude an der Breite Straße bei den Bankern. Die Commerzbank erwarb es bei der Übernahme des Barmer Bankvereins. Von 1958 bis 1990 war dort, und nicht etwa in Frankfurt, der Sitz der Commerzbank. FOTO: Coba
Düsseldorf. Ein Jahrhundert ist die Commerzbank schon am Rhein: Im Herbst 1917 kaufte der Commerzbank-Vorläufer Dresdner Bank die Rheinisch-Westfälische Disconto-Gesellschaft. Ganz gradlinig ist die Geschichte der Commerzbank - wie die der meisten Banken - in Düsseldorf nicht. Von Thorsten Breitkopf

Dieses Jahr feiert das Institut 100. Geburtstag am Rhein. Denn im Herbst 1917, mitten im Ersten Weltkrieg, kaufte die damalige Dresdner Bank die Rheinisch-Westfälische Disconto-Gesellschaft, die eine Niederlassung an der Breite Straße unterhielt. Und das in einem geschichtsträchtigen Haus. Es war als repräsentativer Bankenbau in den Jahren 1906 und 1907 nach den Plänen des Kölner Architekten Carl Moritz entworfen worden. Insgesamt hatte das 1872 gegründete Institut 24 Niederlassungen in der ganzen Region. Seitdem prangt über dem Eingang der Bank das Signet der Dresdner Bank. Erst bei der Übernahme durch die Commerzbank im Jahr 2008 übrigens wurde der steinerne Schriftzug entfernt, das Logo, das einst mit dem Slogan "Das grüne Band der Sympathie", das für die Dresdner warb, durfte allerdings bleiben und steht seither auch für die Commerzbank, allerdings im Original in gelb, was aber angesichts der sandsteinfarbenen Meißelarbeiten dort nicht zum Tragen kommt.

Bei der ersten Sitzung der Düsseldorfer Börse nach dem Krieg im Jahr 1946 tagten und handelten die Makler im Gebäude der Commerzbank. Die Börse war zerstört. FOTO: coba

Wenige Jahre später kam auch die eigentlich aus Hamburg stammende Commerzbank selbst an den Rhein. Im Jahr 1921 eröffnete sie eine Filiale an der Königsallee 70. Die Eröffnung fiel in die Zeit der Ruhrbesetzung durch die Franzosen. Filialleiter Eugen Boode soll seinerzeit zu seinen Mitarbeitern gesagt haben: "Zu tun haben Sie im Augenblick noch nicht viel. Verteilen Sie sich möglichst auf alle Räume und betrachten Sie sich vorläufig als Dekoration und als Schreckmittel für die Besatzung."

Die Bankenkrise von 1931 brachte einen Einschnitt: Am 11. März 1932 ordnete die Reichsregierung die Fusion des Barmer Bank-Vereins mit der Commerz- und Privat-Bank - so hieß damals die Commerzbank - an. Die Commerzbank Düsseldorf zog in das Gebäude des Barmer Bank-Vereins in der Breite Straße 25, in dem die Bank auch heute noch domiziliert. Der Barmer Bank-Verein, 1867 in Barmen gegründet, hatte An fang 1903 den Düsseldorfer Bankverein übernommen. Er saß im Gebäude dort. "Dessen charakteristischer Kuppelvorbau, im Volksmund Monetentempel genannt, prägt heute noch das Düsseldorfer Stadtbild", sagt Detlef Krause, Historiker beim historischen Institut der Commerzbank.

Im November 1985 wurde der Neubau der Dresdner Bank an der Königallee bezogen. Der Altbau an gleicher Stelle musst wegen der U-Bahn-Bauarbeiten weichen. FOTO: coba

Nach dem Krieg verliert Berlin seine Rolle als zentraler Bankenstandort. Alle Großbanken werden zerschlagen. "Der Bankverein Westdeutschland in Düsseldorf war das größte Nachfolgeinstitut der Commerzbank-Gruppe", sagt Krause. Und das ist auch der Grund, warum Düsseldorf nach der erneuten Zusammenführung der Commerzbank-Splitter rechtlicher Hauptsitz des Kreditinstituts wurde. Kein Wunder, angesichts der aufblühenden Großkunden wie Mannesmann oder Schloemann AG in der Region. Erst im Jahr 1990 wurde der Sitz und alle Vorstandsbüros nach Frankfurt verlegt.

Wie wichtig Düsseldorf bis in die Gegenwart für das Institut ist, zeigte sich im Jahr 2009. Trotz der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank wurden beide Düsseldorfer Zentralen, Kö und Breite Straße, beibehalten - bis heute.

Quelle: RP
 
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