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Düsseldorf
113 Pudel im Haus - Halterin angeklagt

Düsseldorf: 113 Pudel im Haus - Halterin angeklagt
Eine Frau in Eller hielt 113 Pudel in ihrem Haus. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Maßlose Tierliebe einerseits, aber zugleich eine über Monate hinweg völlig unzureichende Pflege und Unterbringung von 113 Pudeln - diese Kombination brachte einer 52-jährigen Hundehalterin jetzt beim Amtsgericht eine Anklage wegen Tierquälerei ein.

Im Haus der Frau in Eller hatten Amtstierärzte im Juli 2011 alle Hunde beschlagnahmt und per Rettungsaktion im Tierheim Düsseldorf untergebracht. Weil die Frau den Hunden "länger anhaltende Schmerzen und Leiden zugefügt" habe, drohen ihr nun bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. Einen Prozesstermin gibt es aber noch nicht.

Obwohl jährlich rund 400 Tierschutzbeschwerden erstattet werden, kommt es äußerst selten vor, dass Amtstierärzte den Tierhaltern ihre Lieblinge sofort wegnehmen. Bei dem 52-jährigen Pudel-Frauchen machten die Behörden jedoch eine Ausnahme. Wegen beißenden Ammoniak-Gestanks aus dem Haus der Frau, die dort noch mit ihrer Tochter zusammenlebte, hatten Nachbarn damals das Ordnungsamt alarmiert.

Amtliche Kontrolleure fanden drinnen dann erbarmungswürdige Zustände vor, die zum sofortigen Handeln und zur Rettung der 113 Tiere führten. Denn jeweils bis zu sieben Pudel-Welpen waren in dem Haus in Mini-Käfigen von gerade mal einem Quadratmeter zusammengepfercht. Erforderlich für eine artgerechte Haltung wäre eine Mindestfläche von 24 Quadratmetern gewesen. In insgesamt 16 Käfigen und Transportboxen waren rund 70 Tiere gefangen, mehr als 40 weitere Pudel liefen frei durch die Wohnung. Dort waren aber alle Zimmer abgedunkelt, so dass die Tiere monatelang ohne Tageslicht leben mussten.

Außerdem stellten die Prüfer fest, dass die Frau ihre 113 Hunde zwar mit Futter versorgt, aber dann weder die Käfige noch Transportboxen ordnungsgemäß gereinigt hatte, so dass die Hunde nirgendwo eine trockene Liegefläche finden konnten. Das Amtsgericht hat diese Anklage wegen Tierquälerei jetzt zugelassen, hat die Akte aber an einen Gutachter weitergereicht. Er soll die Schuldfähigkeit der 52-Jährigen untersuchen.

Sobald dieses Ergebnis vorliegt, will das Gericht den Prozesstermin festlegen. Die damals geretteten Pudel konnten inzwischen bis auf drei Tiere an andere Hundefreunde vermittelt werden, erklärte der Chef des Tierschutzvereins, Heinz-Peter Zimmermann, am Freitag auf Anfrage.

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