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Düsseldorf
13 500 Grundschüler singen in Tonhalle

Düsseldorf: 13 500 Grundschüler singen in Tonhalle
Die Hände zum Himmel: Die kleinen Teilnehmer des Singpause-Konzertes waren mit vollem Körpereinsatz dabei. FOTO: Bretz, Andreas (abr)
Düsseldorf. In diesem Schuljahr lernen so viele Schüler wie noch nie bei der Singpause das Singen nach Noten. Das erste von insgesamt 16 Abschluss-Konzerten in der Tonhalle begeisterte die jungen Sänger und ihre Eltern. Von Henning Rasche und Andreas Bretz (Fotos)

Als die sechs Singlehrer auf die Bühne der Tonhalle treten, bricht es aus den Mädchen und Jungen heraus. Sie toben, klatschen wild und johlen vor Freude, denn sie wissen: Jetzt geht es los. Auf das erste von insgesamt 16 Konzerten von Düsseldorfer Grundschülern in der Tonhalle haben sich die Nachwuchssänger ein Jahr lang vorbereitet. Zweimal in der Woche kam einer der Singlehrer, die jetzt vor ihnen auf der Bühne stehen, zum Proben in die Klasse. Stolze Eltern sitzen auf den oberen Rängen, um zu hören, was ihre Kinder so gelernt haben in ihren Singpausen.

Die Singpause, die 2006 vom städtischen Musikverein zu Düsseldorf erstmalig veranstaltet wurde, ist ein erfolgreiches Projekt. Zehn andere Städte haben das Konzept inzwischen adaptiert. 13 500 Schüler von 61 Grundschulen nehmen in diesem Jahr teil. Manfred Hill, der Vorsitzende des Musikvereins, lobt die vielfältige musikalische Bildung für die Grundschüler: "Die Kinder können nicht nur Lieder singen, sondern erhalten eine fundierte musikalische Frühbildung." Von studierten Musikern, den Singlehrern, lernen sie nach Noten zu singen. "Das merken auch die Lehrer an weiterführenden Schulen. Die Kinder sind musikalisch besser gebildet", sagt Hill.

Wenn Mathias Preuß, studierter Sänger, in eine seiner Klassen der Grundschule Rather Kreuzweg kommt, dann muss der Lehrer für 20 Minuten Platz machen. Es ist dann an Preuß, dem Singlehrer, den Unterricht zu übernehmen - mit Gesang. "Beglückend und anstrengend" findet er diese Arbeit mit den Grundschülern, wie er nach dem Konzert am Montag verrät. Drei Grundschulen fallen in den Bereich von Mathias Preuß.

Zehn Lieder in gleich drei verschiedenen Sprachen singen die kleinen Mädchen und Jungen der Klassen eins bis vier. In Französisch ("Sur le pont d'Avignon"), in Schwedisch ("Vem kan segla") und natürlich in Deutsch. Auf ihre Singlehrer achten sie dabei sehr genau. Die geben nämlich mit Gesten Einsatz und Takt vor und singen auch selbst mit. Die Akustik dabei ist erstaunlich. Wenn von allen Plätzen, auf denen doch sonst nur Zuschauer sitzen, lautstark gesungen wird, dann durchdringt das die Tonhalle sehr intensiv. "Das war schon ziemlich gut, auch gesanglich", findet Manfred Hill. Den Grundschülern ist der Spaß daran anzusehen.

Die Singpause ist zwar erfolgreich, aber auch ein enormer finanzieller Aufwand. Ein Schüler, der daran teilnimmt, kostet pro Jahr etwa 50 Euro, erläutert Manfred Hill. Neben der Unterstützung durch die Stadt muss er daher Jahr für Jahr private Geldgeber finden. Das sei auch wichtig, weil etwa 70 Prozent der Kinder auf diesem Wege erstmals ein Konzerthaus besuchen.

Nach der Zugabe "En Düsseldorf am Rhing" müssen die Schüler die Tonhalle rasch wieder verlassen. Die nächsten Teilnehmer der Singpause warten mit ihren Eltern vor der Tür auf ihr Konzert. An acht Tagen bis Mitte Juni finden morgens jeweils zwei Singpause-Konzerte statt. Alle Grundschüler dürfen in einem von insgesamt 16 Konzerten in der Tonhalle singen.

Quelle: RP
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