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Stadtwerke
14 Prozent mehr Gewinn

Stadtwerke: 14 Prozent mehr Gewinn
Markus Schmidt wird sein Amt niederlegen. FOTO: RP, Thomas Bußkamp
Düsseldorf. Der Gewinn des Düsseldorfer Energieversorgers ist im vergangenen Jahr auf 66 Millionen Euro gestiegen. Auch die Zahl der Kunden ist gewachsen. Beteiligungen an anderen Stadtwerken sollen für den Wettbewerb stark machen. Von Michael Brockerhoff

Die Strompreise werden 2009 nicht mehr steigen, auch die Gaspreise bleiben zumindest stabil. Das kündigte Markus F. Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Düsseldorfer Stadtwerke, bei der Vorstellung des Wirtschaftsberichtes des Energieversorgungsunternehmens an. Denn im laufenden Jahr könnten die Auswirkungen der Wirtschaftskrise wegen des langfristigen Stromeinkaufs aufgefangen werden.

Allerdings mache sich die schwache Konjunktur in der Industrie bemerkbar, "etwa sechs Prozent weniger Energie haben die Stadtwerke im ersten Quartal 2009 deswegen abgesetzt", erklärte Uwe Schöneberg, Vorstandsmitglied für den Vertrieb. 2008 dagegen war der Stromabsatz gegenüber 2007 um fünf Prozent gestiegen, der Gasverkauf sogar um zehn Prozent, der Wasserverkauf blieb – so Schmidt – erfreulicherweise stabil.

Auch aufgrund dieses Erfolgs "verzeichneten die Stadtwerke 2008 einen Gewinn von 66 Millionen Euro, 14 Prozent mehr als im Vorjahr", berichtete Schmidt. Dabei habe sich allerdings eine Steuerrückzahlung positiv ausgewirkt. Mit ihrem Angebot könnten sich die Stadtwerke im Wettbewerb gut behaupten. So werden 130 000 Kunden außerhalb von Düsseldorf mit Strom beliefert, und in ausgesuchte Regionen liefern die Stadtwerke auch Gas (siehe Infokasten).

Das Wachstum führt Schöneberg auf einen guten Kundenservice zurück. "Künftig wird nicht mehr ausschlaggebend sein, möglichst viele Kunden zu gewinnen, sondern die qualitativ gute Betreuung ist wichtig", so das Vorstandsmitglied. Dazu gehörten Energieberatung, Ansprechpartner am Ort oder maßgeschneiderte Energieversorgung auch mit regenerativen Energien. Solche Contracting-Geschäfte würden zunehmen. Die Fernwärme-Versorgung gewinne in diesem Zusammenhang an Bedeutung.

Sie spielt auch bei den Überlegungen für die künftige Kraftwerks-Konzeption eine Rolle, so Schmidt: "Die Pläne für einen Kohleblock auf der Lausward sind zurzeit gestoppt, die Grundlagen für eine wirtschaftliche Erzeugung werden neu berechnet." Schmidt rechnet Ende des Jahres mit Ergebnissen. Auf jeden Fall werde der in die Jahre gekommene Block E modernisiert. Ob dann später ein Kraftwerksblock für Gas errichtet werde oder andere Erzeugungsmöglichkeiten etwa durch Blockheizkraftwerke genutzt würden, sei noch unklar.

"Wir haben zudem das Ziel erreicht, am Energiemarkt weiter zu wachsen", betonte Schmidt. So hätten sich die Stadtwerke mit jeweils 49,9 Prozent an den Stadtwerken Hilden und Monheim beteiligt. Für die Kaufsummen seien keine Kredite aufgenommen worden. Die Beteiligung an den Stadtwerken Neuss betreiben die Stadtwerke nach den Querelen nicht mehr. Schmidt ließ aber durchblicken, dass Düsseldorf an weiteren Beteiligungen an Stadtwerken anderer Kommunen in NRW interessiert sei.

Außerdem investieren die Stadtwerke weiter in regenerative Energien. Schöneberg: "Für Windenergie-Anlagen, Biogas-Kraftwerke und auch Fernwärme stehen 100 Millionen Euro bereit."

Quelle: RP
 
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