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Düsseldorf
17 neue Straßennamen in der Landeshauptstadt
Düsseldorf. So blumig wie 2012 ging es selten zu bei der Namensgebung für Straßen: Jetzt gibt es in Düsseldorf die Adressen Am Birkenhain, Am Holunderbusch, Am Nussbaum, Haselnussweg, In der Gartenstadt, Ligusterweg, Roteichenweg, Zur Weide und Zur Wildkirsche. Von Denisa Richters

Allesamt befinden sich im Stadtteil Mörsenbroich, wo auf dem Areal der früheren Reitzenstein-Kaserne eine neue Wohnsiedlung entsteht. Weil es hauptsächlich Einfamilienhäuser sind und drumherum viele Grünflächen sind, heißt das neue Quartier "Gartenstadt Reitzenstein" – die Namen der Straßen passen dazu. Auch bei den restlichen sieben Straßenbenennungen orientierte man sich an der Umgebung: So bezieht sich der Name Am Ringofen in Ludenberg auf einen alten Ziegeleiofen innerhalb der benannten Ringstraße. Die Namen Schwarzbachaue in Wittlaer sowie Zur Düsselaue in Gerresheim beziehen sich auf die Gewässer in unmittelbarer Nachbarschaft. Der Apostelplatz in Gerresheim wurde bereits 2005 nach der damals anliegenden Apostelkirche benannt.

Durch Umbaumaßnahmen (unter anderem Abriss der Kirche) musste die Benennung nun ausgeweitet werden. In drei Fällen waren Personen die Namensgeber: Nach Ferdinand Braun, einem deutschen Physiker, Elektrotechniker und Nobelpreisträger, der 1918 im Alter von 68 Jahren in New York starb, wurde der Platz auf dem früheren Gatzweiler-Gelände in Heerdt benannt, der vom neuen Vodafone-Campus eingerahmt wird. Der Helena-Curtens-und-Agnes-Olmans-Platz in Gerresheim erinnert an die letzten Opfer der Verbrennung angeblicher Hexen in Düsseldorf. "Der Platz wurde bis zur Benennung im Volksmund auch Hexenplatz genannt", sagt Roland Hahn, stellvertretender Leiter des zuständigen Amts für Verkehrsmanagement.

Der Oberlinplatz bildet die Platzfläche innerhalb des neuen Familienzentrums der Diakonie in Holthausen. Er ist benannt nach Johann Friedrich Oberlin (1740-1826), einem evangelischen Pfarrer und Sozialpionier aus dem Elsass. "Straßennamen sollen klar und einprägsam sein und nicht ähnlich klingen", erläutert Hahn die Kriterien bei der Namensvergabe. Vorschläge kommen meist aus der Politik (Helena-Curtens-und-Agnes-Olmans-Platz), von Firmen (Ferdinand-Braun-Platz) oder Institutionen (Oberlinplatz). "Wir prüfen jeden Vorschlag und schauen, ob er sinnvoll ist", sagt Hahn.

Erst wenn die neuen Straßenschilder stehen, informiert die Stadt ihre Dienststellen sowie Verlage und Hersteller von Software für Navigationsgeräte. Sollte es einmal gar keine Vorschläge für eine Neubenennung geben, hat das Amt für Verkehrsmanagement reichlich Ideen in Reserve.

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