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Düsseldorf
18-Jähriger gesteht Drohung gegen Mitschüler

Düsseldorf. Wegen einer schaurigen Todesdrohung gegen Mitschüler und Lehrer eines Bilker Berufskollegs und der Beleidigung einer Lehrerin stand ein 18-Jähriger gestern vor dem Jugendrichter. Nach den Osterferien 2016 hatte er vormittags mit einem Kumpan eine Flasche Wodka geleert, sich dann vor dem Schulgelände mit Mitschülern angelegt. Als die Lehrerin ihn wegen seiner Drohung ("Ich werde euch alle töten!") tadelte, beleidigte er sie wegen ihres Leibesumfangs übel. Unter Tränen gab der 18-Jährige das gestern zu. Er habe zwar nur gesagt "ich würde euch alle töten", aber die Schmähungen gegen die Lehrerin bestätigte er kleinlaut. "Ich wollte mich am nächsten Tag direkt entschuldigen." Aber da habe die Lehrerin nicht mehr mit ihm sprechen wollen. "Es war nur einmal und auch nur aus Versehen", versuchte er, seinen Auftritt zu verharmlosen.

Das hat der Jugendrichter aber nicht akzeptiert. Zumal die Lehrerin als Zeugin sagte: "Gerade sein trockener und sehr ruhiger Tonfall ließ diese Drohung sehr überzeugend klingen, eigentlich erschreckend." Die Jugendgerichtshilfe betonte, dass der (zuvor schon zweimal verurteilte) Angeklagte nach der frühen Trennung der Eltern weitgehend "sich allein überlassen worden" sei, nie eine Perspektive entwickelt habe, ohne Schulabschluss und ohne Beschäftigung nun zutiefst frustriert sei und deshalb "ein deutliches Signal braucht", um ihn aus dem Nichtstun herauszuholen. Hier hakte der Richter ein, verhängte wöchentlich 25 Arbeitsstunden bis zum Beginn einer berufsbildenden Maßnahme, der 18-Jährige wurde für vier Monate der Jugendgerichtshilfe unterstellt und zu zwei Wochen Dauerarrest verurteilt. Die Inhaftierung könne er nur abwenden, indem er die Auflagen befolgt.

(wuk)
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