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Düsseldorf
19-Jähriger soll mit Motorrad Kinder gefährdet haben

Düsseldorf. In einer Dauerfehde zwischen einem 19-Jährigen und anderen Anwohnern einer Wohnsiedlung in Eller soll das Jugendgericht jetzt ein Machtwort sprechen. Konkret wird dem jungen Mann in einem Strafprozess am Donnerstag vorgeworfen, in Halbstarken-Manier mit seinem Motorrad durch die Siedlung geprescht zu sein und dadurch die Kinder einer Kleinfamilie gefährdet zu haben. Bei vorsätzlicher Straßenverkehrsgefährdung können für Erwachsene bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe verhängt werden, bei fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs drohen bis zu zwei Jahre Haft oder Geldstrafe.

Schon mehrfach wurden die Behörden eingeschaltet, weil die hier Beteiligten ihre unterschiedlichen Auffassungen über angemessenes Verhalten in einer Wohnsiedlung nicht vor Ort klären konnten. Dann soll sich der junge Mann aber vor rund einem Jahr einen besonders martialischen Auftritt geleistet haben: Mit seinem Motorrad habe er in jener Tempo-30-Zone über eine längere Strecke hinweg mit seiner Maschine einen so genannten Wheely gezeigt, sei also nur auf dem Hinterrad balancierend bei angehobenem Vorderrad und mit nicht angepasster Geschwindigkeit über die Anliegerstraße gefahren.

Eine Mutter gibt an, ihre beiden Kinder (drei und fünf Jahre alt) seien, als sie ebenfalls auf der Straße waren, durch die Aktion des Angeklagten und den knatternden Lärm seines Motorrades derart in Panik geraten, dass sie beinahe auf die Fahrfläche und vor das Gefährt des 19-Jährigen gerannt wären. Zumal dort keine klare Abgrenzung zwischen Fußweg und Fahrbahn bestehe und die Sicht zusätzlich noch behindert gewesen sei. Denn donnerstags werden an jener Straße die Mülltonnen rausgestellt und abgeholt, so dass weder der Motorradfahrer die Kinder sehen konnte, noch die Kinder genau ihre Entfernung zu dem Motorrad einschätzen konnten. Zumal der Angeklagte wegen seiner Fahrt auf dem Hinterrad auch keinerlei Möglichkeit gehabt hätte, den Kindern noch auszuweichen oder auch nur rechtzeitig zu bremsen. Nach Anzeige der Familie muss der 19-Jährige deshalb jetzt auf die Anklagebank beim Jugendrichter. Der Prozess ist öffentlich und beginnt am Donnerstag um 9 Uhr im Saal 1.106.

(wuk)
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