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Düsseldorf
20-Jähriger muss nach fünf Überfällen in Haft

Düsseldorf. Drei Jahre und sechs Monate Freiheitsstrafe und die Unterbringung in einer Entzugsklinik hat gestern das Landgericht für einen 20-Jährigen angeordnet, der in einem früheren Gerichtstermin Mitte Dezember fünf Überfälle auf Tankstellen, ein Handy-Geschäft und ein Wettbüro gestanden hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre gefordert. Der 20-Jährige hat die Möglichkeit, nur neun Monate im Gefängnis abzusitzen, dann für etwa ein Jahr in eine Entzugsklinik zu gehen und gegebenenfalls die restliche Strafe zur Bewährung ausgesetzt zu bekommen, teilte sein Verteidiger mit. Er wolle sich aber erst noch mit seinen Eltern beraten.

Die kriminelle Laufbahn des 20-Jährigen begann mit Schulden bei seinem Drogendealer. Um diese abzuzahlen, überfiel er drei Tankstellen mit einer freiverkäuflichen Plastikpistole und versuchte außerdem, in einem Handy-Geschäft an teure Geräte zu kommen. Das gelang nur aus dem Grund nicht, weil der Mitarbeiter keinen Zugang zum Lager hatte. Später überfiel der junge Mann nach ähnlichem Muster auch noch ein Wettbüro. Er gab an, der Überfall sei mit einer der Angestellten abgesprochen gewesen. Ihre Freundin, die auch bei dem Überfall zugegen war, meinte, der Täter müsse sich ausgekannt haben, denn er sei genau zu der Zeit erschienen, als die Angestellten das eingenommene Geld zählten.

Der Angeklagte kommt aus schwierigen Lebensverhältnissen, wie der Gerichtspsychiater ausführte. Etwa im Alter von 15 Jahren habe sich bei ihm "eine gewisse In-den-Tag-hineinlebe-Struktur" entwickelt. Damals habe der Jugendliche zum zweiten Mal die achte Klasse wiederholt. Ohne Erfolg. Marihuana Rauchen und Playstation Spielen hätten fortan seinen Alltag dominiert. Auch sei er mit dem Erziehungsstil seines Vaters nicht zurechtgekommen.

(vpa)
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