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Düsseldorf
200 Euro Strafe für zu schweres Krankenauto

Düsseldorf: 200 Euro Strafe für zu schweres Krankenauto
Wiro Schüten ist mit seinem auf 25 km/h gedrosselten Fiat als Schleifer unterwegs. Sein Fahrzeug wiegt mittlerweile nur noch 350 Kilogramm. FOTO: wuk
Düsseldorf. Letzter mobiler Messerschleifer in Düsseldorf: Weil sein Fahrzeug 350 Kilogramm zu viel wog, wurde der 52-Jähriger vom Amtsgericht verurteilt.

Ausgerechnet den Mann, der als "das mobile Schleiferlein" angeblich der letzte mobile Messerschleifer Düsseldorfs ist, wollte die Justiz lahmlegen. Dabei fährt Wiro Schüten (52) bloß einen feuerroten "Krankenfahrstuhl", der zwar aussieht wie ein normaler Fiat-Kleinwagen, aber als "Sonder Kfz" auf 25 km/h gedrosselt ist. Eigentlich darf er damit auch ohne Führerschein fahren und seine Schleifer-Dienste anbieten. Trotzdem landete er gestern wegen "Fahrens ohne Fahrerlaubnis" auf der Anklagebank beim Amtsgericht.

Er hatte, so die Anklage, vor fünf Jahren vergessen, seinen mobilen Untersatz auf 350 Kilo abzuspecken. Denn nur bei einer solchen Reduzierung darf er den roten Fiat-Umbau auch ohne Führerschein lenken. Doch im März 2010 wog das Schleifer-Mobil (das ringsum große "25"-Aufkleber trägt und am Heck statt eines Kennzeichens ein gelbes Schild mit Aufschrift "Brommobiel") 700 Kilo. Das hat Schüten inzwischen geändert, hat seine mobile Schleifwerkstatt auf die vorgeschriebenen 350 Kilo "abgelastet", wie sowas im Amtsdeutsch heißt.

Die Richterin zeigte sich beeindruckt, senkte eine zunächst verhängte Strafe von 750 auf 200 Euro. Und die darf der sechsfache Vater, der seine Hartz-IV-Unterstützung per Reisegewerbe mit seinen Schleifdiensten aufbessert, jetzt in 30-Euro-Raten abstottern.

(wuk)
 
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