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Düsseldorf
2018 im Zeichen des schnellen Internets

Düsseldorf. Obwohl Düsseldorf seit Jahren in Sachen Digitalisierung als gut aufgestellt gilt, gibt es Lücken im Breitbandnetz der Stadt. Vodafone und Telekom wollen diese Lücken schnell schließen. Die Konzerne stecken Millionen ins schnelle Datennetz. Von Thorsten Breitkopf

Wer Bahnfahrer ist, der weiß: Ohne Internet läuft gar nichts mehr. Kaum ein Passagier schaut während der Fahrt im Nahverkehr nicht auf sein Handy. Das aber ist für viele meist nur Zeitvertreib. Für Firmen wird eine starke Verbindung zum Internet aber keine Kann- sondern eine Muss-Angelegenheit. Denn mit zunehmender Digitalisierung ist der Zugang zu einer stabilen und vor allem schnellen Internet-Verbindung mit großem Datenvolumen überlebenswichtig.

Doch bislang gibt es noch spürbare Lücken in der Abdeckung der Stadt mit stationärem und schnellem Internet. Im Hafengebiet etwa sind uralte blechummantelte Kabel verbaut, aus einer anderen Zeit und keineswegs solche, die irgendwann einmal für das heutige Internet ausgelegt worden waren. Eine Werbeagentur dort, die den Internetzugang ist am Verzweifeln. Und der Hafen ist nicht der einzige weiße Fleck auf der Düsseldorfer Internet-Landkarte. Die Firma Wir-Solutions hat im Auftrag der Stadt einen Breitband-Atlas für Düsseldorf erstellt. Dieser ermittelt auf einer Karte jene Regionen und Flächen in Düsseldorf, die eine Internetversorgung von unter 30Mbit/s im Download haben. Dabei wurden rund 980 unversorgte Adressen im Düsseldorfer Stadtgebiet ausgemacht. Darunter fallen zwar auch eher ländliche Gegenden wie die Äcker bei Hamm oder Himmelgeist, aber auch erstaunlich viele Gebiete in Top-Lagen für Wohnen und Gewerbe, darunter etwa der gesamte Hafen, Gewerbegebiete in Oberbilk und Flingern, Flächen rund um den Flughafen und sogar Areale in den teuren Lagen Oberkassel und Lörick. Knapp 200 Haushalte sind laut Wir-Solutions betroffen, weiterhin mehr als 200 Gewerbebetriebe und auch 90 Schulen.

Das Düsseldorfer Telekommunikations-Unternehmen Vodafone hat den Netzlücken jetzt den Kampf angesagt. Mit Hochdruck haben in Industriegebieten wie Heerdt und Reisholz bereits die Arbeiten am Netzausbau begonnen. Erster Neu-Kunde dort war im Herbst die Büroeinrichtungs-Firma Pape & Rohde. "Gigabit-Netze sind für uns ein Schlüssel zum Erfolg", sagt Pape & Rohde-Geschäftsführer Rainer Dzaack. "Wenn wir riesige Datenmengen übertragen oder sichern wollen, können wir es uns nicht leisten mit langsamen DSL-Anschlüssen im digitalen Stau zu stehen. Gerade die externe Sicherung unserer Geschäftsdaten ist für uns im Mittelstand enorm wichtig. Die Datensätze, die dabei übertragen werden, sind schnell bis zu 20 Gigabyte groß." Bis Mitte dieses Jahres sollen die beiden Gewerbe-Areale bereits erschlossen sein, dann folgen die Gebiete Lierenfeld und Rath.

Beim Vodafone-Ausbau wird den Firmen eine eigene Glasfaserleitung bis in das Unternehmensgebäude verlegt. Kupferleitungen, die etwa Datenströme bremsen könnten, sind Geschichte. Realisiert wird dies mit der verzögerungsfreien FTTB-Technik (Fiber to the building, also Glasfaser bis ins Gebäude), die damit nach Angaben von Vodafone hohe Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde ermöglicht.

Auch Wettbewerber Telekom baut zügig das Glasfasernetz in Düsseldorf aus. Hagen Rickmann, Geschäftsführer Gewerbekunden der Telekom, hat im Oktober angekündigt, 18 Düsseldorfer Gewerbegebiete mit einem Glasfasernetz auszubauen. In allen Gebieten zusammen gibt es heute fast 4000 Betriebe.

Quelle: RP
 
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