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Düsseldorf
23-Jähriger pöbelt gegen Zeugin nach Gerichtstermin

Düsseldorf. Nur unter dem Schutz von Justizwachtmeistern konnte eine Zeugin (52) im Amtsgericht den Gerichtssaal verlassen.

Ein frisch Verurteilter (23) hatte gegen die Belastungszeugin so laut und heftig herumgepöbelt, dass sie rund zwanzig Minuten lang nicht wagte, ihm auf den Korridoren des Gerichts zu begegnen. Der Mann war gerade zu zwei Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden, weil er jene Sachbearbeiterin im Ausländeramt vor rund einem Jahr massiv beleidigt hatte. Laut Urteil bezeichnete er die 52-Jährige damals als "Rassistenschwein". Im Prozess gab er an, er habe bloß gefragt: "Sind Sie rassistisch?" Zum Hintergrund erklärte er, dass er trotz Geburt in Deutschland stets nur befristete Aufenthaltsgenehmigungen erhalte und angeblich deswegen Ausbildungen immer wieder abbrechen musste.

Das liegt nach Angaben der Sachbearbeiterin aber daran, dass der Mann nach etlichen Vorstrafen keine Niederlassungserlaubnis erhalten kann. Als die Richterin den Antrag der Staatsanwältin (1200 Euro Strafe) wegen der vielen Vorstrafen in eine Bewährungsstrafe von zwei Monaten umwandelte, pöbelte der Angeklagte schon beim Urteil. Ob der 23-Jährige mit einer neuen Anzeige rechnen muss, ist noch offen.

(wuk)
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