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Düsseldorf
2300 Lehrstellen sind noch unbesetzt

Düsseldorf: 2300 Lehrstellen sind noch unbesetzt
Karosseriebauer Patrick Schneider (3.v.l.) erklärt Erdig Akgün (l.), Franziska Schneider und Lars Langen einen Arbeitsschritt. Die Firma Thedens Karosseriebau in Flingern wurde für gute Ausbildung ausgezeichnet. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Anders als im Landesdurchschnitt gibt es in Düsseldorf mehr Lehrstellen als Bewerber. Die Arbeitslosenzahlen sind rückläufig. Von Thorsten Breitkopf

In Düsseldorf gibt es immer weniger Bewerber für eine Ausbildung, aber auch immer weniger Ausbildungsstellen insgesamt. Zwischen Oktober und März meldeten die Betriebe gut 3400 Ausbildungsplätze in der Landeshauptstadt bei der Agentur für Arbeit, das sind 2,9 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig interessieren sich aber auch immer weniger Jugendliche für eine betriebliche Berufsausbildung klassischer Prägung. 2700 Bewerber meldeten sich bei der Agentur, das entspricht einem Rückgang um mehr als fünf Prozent.

Während die Agentur gestern für Nordrhein-Westfalen Alarm schlug, weil für 100 Bewerber rechnerisch nur 85 Stellen zur Verfügung stehen, hat sich das Verhältnis in Düsseldorf gegen den Trend weiter entspannt. In der Landeshauptstadt stehen 100 Bewerbern rechnerisch 127 Stellen - und damit drei mehr als noch im Frühjahr vergangenen Jahres - zur Verfügung. Allerdings warnt Roland Schüßler, Chef der Düsseldorfer Arbeitsagentur, vor übertriebenen Erwartungen der Schulabgänger. "Die Düsseldorfer Bewerber konkurrieren bei der Stellensuche mit sehr vielen Absolventen aus dem Umland, etwa aus dem Kreis Mettmann, dem Rhein-Kreis Neuss und der Stadt Krefeld.

Doch trotz großer Konkurrenz haben die Firmen der Landeshauptstadt zunehmend Probleme, ihre Lehrstellen zu besetzen 2327 Ausbildungsplätze sind aktuell nicht vergeben. Dem gegenüber stehen 1460 unversorgte Bewerber, die der Arbeitsagentur ihr Interesse an einer Stelle mitgeteilt haben.

Schüßler empfiehlt den Bewerbern, flexibel zu sein und nicht nur auf den Traumberuf zu setzen. Damit vergrößerten sich deutlich die Chancen. Den Betrieben rät er, bei der Auswahl des Berufsnachwuchses "potenzialorientiert" vorzugehen. Sie sollten in ihre Auswahl auch diejenigen jungen Menschen einbeziehen, die auf den ersten Blick nicht allen Anforderungen entsprechen. "Wir wissen aufgrund unserer guten Kontakte zu den Unternehmen, dass viele Bewerber, die formal nur 'in der zweiten Reihe stehen' oder schon lebensälter sind, sich in der Ausbildung als engagiert und zuverlässig und später als wertvolle Fachkraft erweisen." Auch mit einer Teilzeitberufsausbildung können sich Unternehmen weitere Potenziale erschließen.

Der überwiegende Teil der in Düsseldorf bei der Arbeitsagentur gemeldeten Ausbildungsstellen findet sich weiterhin in den klassischen kaufmännischen Ausbildungsberufen wie Kaufmann für Büromanagement und Kaufmann im Einzelhandel. Aber auch Ausbildungsstellen zum medizinischen oder zahnmedizinischen Fachangestellten, Hotelfachmann, Kaufmann Spedition und Logistikdienstleistung oder Koch werden häufig gemeldet. Dies entspricht auch der Struktur des Düsseldorfer Ausbildungsmarktes, die seit Jahren konstant ist.

Quelle: RP
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