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Vandalismus
30 Gräber auf Düsseldorfer Südfriedhof verwüstet

Vandalismus: 30 Gräber auf Düsseldorfer Südfriedhof verwüstet
Luis Santos hat beobachtet, welche Schäden die Randalierer angerichtet haben. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Unbekannte haben auf dem Südfriedhof in Düsseldorf Holzkreuze aus dem Boden gerissen, Steinplatten und Blumenschmuck zerstört. Die Besucher des Friedhofs sind verzweifelt. Die Polizei sucht nach den Tätern. Von C. Herrendorf und J. Janssen

Ein oder mehrere Randalierer sind über den Südfriedhof in Düsseldorf hergefallen. Sie haben in einer der Nächte des Wochenendes Holzkreuze aus dem Boden gerissen und herumgeworfen, Steinplatten zerschlagen, Blumenschmuck verwüstet und Vasen umgestoßen.

Eine Zeugin konnte der Polizei berichten, dass am Freitag um 18 Uhr das Grab einer Angehörigen noch in Ordnung war und sie es am Sonntag um 10.45 Uhr verwüstet vorgefunden hat. Dadurch können die Ermittler die Tatzeit auf die genannten Nächte eingrenzen. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Die Polizei hofft auf Zeugen, die weitere Anhaltspunkte liefern.

Luis Santos hat beobachtet, welchen Schaden die Randalierer an den Gräbern und bei den Besuchern des Südfriedhofs angerichtet haben. "Sie haben Marmorplatten mit kleinen Fotos der Toten an einem Stein zerschmettert. Das gleiche haben sie mit den Grablichtern gemacht", sagt der Mann. "Zwei Frauen haben bitterlich geweint. Sie konnten sich gar nicht mehr beruhigen. Wer macht so etwas?", fragt der 52-Jährige aus Flehe und reißt die Arme weit nach oben. Eine Geste der Verzweiflung. Und der Wut.

In Sichtweite des stark betroffenen Gräberfeldes 45 sitzt Eberhard Pingel. Das Grab seiner Frau, die er in diesem Jahr auf dem Südfriedhof beerdigt hat, war nicht betroffen. An diesem Nachmittag denkt er über die Motive der Täter nach: "Wie haltlos müssen Menschen sein, die so etwas tun? Wo ist die Moral dieser Leute?" Der 77-Jährige vermutet, dass die Täter nachts auf den Friedhof kommen. "Tagsüber gibt es zu viele Besucher. Und fast jeder hat ein Handy, da wäre das Risiko, erwischt zu werden, zu groß." Sollte er solche Menschen auf frischer Tat beobachten, würde Pingel sich zurückhalten. "Wer weiß, wie gewaltbereit die sind, heutzutage muss man mit allem rechnen."

Am Eingang erklärt der Friedhofsaufseher die Spielregeln. Bis ungefähr 17 Uhr dürfen Autos mit besonderer Genehmigung den Friedhof befahren. Danach wird am Haupteingang eines der beiden Tore geschlossen. Außerdem werden zwei Poller aufgebaut. Die andere Hälfte des Tors bleibt einen Spalt geöffnet, um jenen, die das Bedürfnis haben, einen Besuch bei ihren Angehörigen zu ermöglichen. "Früher haben wir alles abgeschlossen. Verhindert hat das nichts. Im Zweifel klettern Randalierer einfach über Mauern und Zäune. Das Areal ist einfach zu weitläufig."

Die Polizei bittet Menschen, die am Wochenende etwas Verdächtiges beobachtet haben, sich unter Telefon 0211 8700 zu melden.

Quelle: RP
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