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Düsseldorf
320 Grundschüler beschäftigen sich mit Bildern von Wim Wenders

Düsseldorf. Das armenische Alphabet liegt sorgfältig in einer Wüstenlandschaft herum. Es soll das kleine Land zwischen Aserbaidschan und der Türkei "am Leben gehalten" haben. Jedenfalls steht das in schwarzen Lettern auf der weißen Wand neben dem Bild mit dem Alphabet im Museum Kunstpalast. Wim Wenders, der berühmte Regisseur, hat das Bild 2008 höchstpersönlich aufgenommen. Nun ist es Teil seiner Ausstellung am Düsseldorfer Rheinufer. Von Henning Rasche

Vor dem Bild sitzen am Mittwochmorgen ein gutes Dutzend Mädchen und Jungen, die die Bonifatius-Grundschule Im Dahlacker in Bilk besuchen. Sie halten Klemmbretter in der Hand und notieren fleißig ihre Gedanken zu dem Foto aus Armenien.

Ein Junge liest vor: "Berg, Felsen, Unkraut, Buchstaben, Denkmal, heiliger Ort". Museumspädagogin Birgit Huebner, die die Schülergruppe während deren Besuch im Kunstpalast betreut, lobt ihn. "Vieles kann man sich selbst erschließen", sagt sie.

Ganz aufmerksam auf das Werk konzentriert, bekommen die Schüler kaum mit, wer ihnen da Prominentes über die Schulter schaut. In Turnschuhen und Jogginghose schlendert der Meister persönlich noch einmal durch seine eben erst eröffnete Ausstellung, wohl um sich zu vergewissern, ob auch alles seinen Vorstellungen entspricht. Als Wim Wenders die Schülergruppe vor seinem Foto mit dem armenischen Alphabet erblickt, zückt er sein Handy und hält den Moment fest. Dann geht er, so unbemerkt wie er gekommen ist, weiter.

320 Grundschüler haben das Museum Kunstpalast besucht und dabei neben den Bildern von Wenders auch die anderen Ausstellungen angeschaut. Die Zweitklässler erkundeten verschiedene Druckverfahren in der Druckwerkstatt. Die Prinzipien der geometrisch-mathematischen Figuren in der Kunst entdeckten die Mädchen und Jungen der vierten Klasse. Zweieinhalb Stunden lang nahmen die Grundschüler so tiefe Einblicke in die praktische Seite der Kunst.

Zurück bei den Fotografien von Wim Wenders ist dann die Kreativität der Schüler gefragt. Ein Hund, ein Bus, noch mal der Hund. Das sind drei zusammenhängende Bilder, die ein Rätsel aufwerfen. Aufgabe der Schüler: Überlegen, was der Hund vorhat, wo er herkommt und hin will. Etwa den Bus in die Stadt nehmen?

Quelle: RP
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