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Düsseldorf-Süd
35 Jahre im Dienste der Stadtplanung

Düsseldorf-Süd: 35 Jahre im Dienste der Stadtplanung
Ein Vierteljahrhundert war Michael Laferi für die Stadtplanung im Stadtbezirk 9 zuständig, auch für den Umbau des Kamper Ackers. Zum Ende des Monats geht er in den Ruhestand. FOTO: Olaf Staschik
Düsseldorf-Süd. 1980 kam Michael Laferi zum Stadtplanungsamt. Ab 1990 betreute er Projekte im Stadtbezirk 9, wie den Kamper Acker Von Andrea Röhrig

25 Jahre lang war Michael Laferi Stammgast, wenn an neun Freitagen im Jahr die Bezirksvertretung 9 im Benrather Rathaus tagte. In den Sitzungen stand der Stadtplaner den Stadtteilpolitikern Rede und Antwort. Seit 1991 betreute er stadtplanerisch den Stadtbezirk 9. Oft ging es um millionenschwere Projekte wie die Ansiedlung des Ikea-Marktes an der Oerschbachstraße oder den Bebauungsplan für die BEA-Brache an der Telleringstraße, wo ein Wohnviertel entstehen soll: Ab und an sind es auch schon mal um kleinere Projekte wie die zurückgenommene Parkplatzgewinnung in der Henkel-Siedlung. "Wenn die Mehrheit der Leute, die vor Ort leben, das nicht wollen, dann machen wir das halt nicht", erzählt Laferi. Immerhin wohnen alleine im Stadtbezirk 9 rechnerisch so viele Menschen wie in einer Großstadt.

Bei seinem Auftritt in der Bezirksvertretung Ende September stellte er dem Gremium die geplante Denkmalbereichsatzung für das Viertel rund um das Benrather Rathaus vor. Es war sein letzter Vortrag in dem Stadtteilparlament. Zum Monatsende geht Laferi in den Ruhestand. Seine kurze Verabschiedungsrede an die Politiker ließ er mit dem Satz ausklingen: "Ich wünsche Ihnen eine glückliche Hand für den Stadtbezirk 9." Denn der Verwaltungsmann weiß, dass die Politik ein gewaltiges Wörtchen mitzureden hat, wenn es darum geht, wie ein Projekt umgesetzt wird.

Doch zurück zu Laferis beruflichen Anfängen: In seiner Geburtsstadt Hannover studierte er zunächst Architektur. Am 1. Mai 1980 nahm er eine Stelle beim Planungsamt der Stadt Düsseldorf an, dem er bis zum Ruhestand treu geblieben ist. Damals sei es in den Städten gerade um Stadterneuerung gegangen, erzählt Laferi und bekommt dabei leuchtende Augen. Eines seiner Hauptprojekte waren die Planungen für die Bundesgartenschau 1987, die unter anderem für eine bessere Durchgrünung der Stadt gesorgt habe, sagt er. Seit 1980 lebt er in Erkrath, dort hat er mit seiner Frau ein Haus gebaut, mit Solarthermie und Photovoltaikanlage. In dem lebt die Familie, zu der zwei, mittlerweile erwachsene Söhne gehören.

In seinem nächsten Großprojekt ging es um die Überplanung einer 50 Hektar großen Fläche in Lierenfeld. Die wurde durch den Weggang der Mannesmann Röhrenwerke frei. 600 Einwendungen habe es damals gegeben, sagt Laferi, doch die Wogen hätten schnell geglättet werden können. Noch immer hält er die Planungen und deren Umsetzung für gelungen.

Anders sieht das am Kamper Acker aus, an dem er sich zum Interview mit der RP verabredet hat. Wobei er die Arbeit an der Umgestaltung des Areals in guter Erinnerung hat: "Ich habe damals viele verschiedene Akteure kennengelernt. Das hat mir viel Spaß gemacht" Doch gerade am Kamper Acker kann man auch die Grenzen sehen, die Stadtplanung hat: "Wir geben Richtlinien vor, doch letzten Endes ist es dann ein Investor oder ein Bauherr, der sie mit Leben füllt." Oder auch nicht, wie am Kamper Acker.

Bei diesem sowie bei vielen weiteren Projekten hat Laferi eng mit dem langjährigen Bezirksvorsteher Heinz-Leo Schuth zusammengearbeitet. Der stellte im Gespräch mit unserer Redaktion dem Verwaltungsmann ein gutes Zeugnis aus: "Er hat uns immer gut informiert."

In Holthausen hatte es für den Platz viele Ideen zur Belebung gegeben; doch keine davon wurde realisiert. "Dort hinten sollte dieser Glas-Kubus von dem Kunstverein hin", erinnert sich Laferi. Der scheiterte aus finanziellen Gründen. Im vorderen Bereich vis-à-vis zum Holthausen Center liegt eine kleine Fläche, die nicht versiegelt ist. Laferi kramt in seinen Erinnerungen und erzählt, dass man damals überlegt habe, dort ein Café mit Außengastronomie hinzubauen. Gespräche mit möglichen Investoren habe es gegeben. Aber letztlich wollte niemand Geld in die Hand nehmen. Vielleicht, sagt der Stadtplaner, könne man das noch mal in Angriff nehmen. Aber das werden seine Nachfolger tun müssen ...

Quelle: RP
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