| 18.28 Uhr

Düsseldorf
39-Jähriger muss 500 Euro für gefälschte Gürtel zahlen

Düsseldorf. Viele Pakete sollten im Mai 2015 einem Privatmann in Flingern zugehen. Doch vorher fing der Zoll die Lieferungen an den Mieter (39) ab. Denn Hunderte von Gürteln, Pullis und anderen Textilien, die allesamt Namen internationaler Luxusmarken trugen, waren Fälschungen.

Als Markenpirat zu sechs Monaten Bewährungsstrafe verurteilt, zog der Adressat am Donnerstag aber protestierend vors Amtsgericht. Und hatte Erfolg. Jetzt muss er nur noch 500 Euro Buße innerhalb von sechs Monaten zahlen.

Die Geschichte, die der Angeklagte vor Gericht erzählte, war einfach nicht zu widerlegen. Einst habe er nämlich einen Kumpan in die Türkei begleitet, sei ihm dort auch in Textil-Boutiquen gefolgt und mit einem der Inhaber ins Gespräch gekommen. Als der Händler hörte, das Duo stamme aus Düsseldorf, keimte plötzlich eine Geschäftsidee: Der arbeitslose Maschinenbauer könnte Hemden aus türkischer Fertigung doch am Rhein verkaufen, würde die Ware sogar "in Kommission" erhalten.

Was dann allerdings statt der besprochenen Hemden über England und Belgien an die Adresse des Angeklagten versandt wurde, habe den 39-Jährigen "selbst überrascht", wie dessen Anwalt erklärte: Mehr als 500 nachgemachte Gürtel, die laut Aufschriften angeblich von "Vuitton", "Gucci" oder "Armani" stammen sollten. Und noch bergeweise Textilien weiterer Luxusnobelmarken wie "Givenchy", "Kenzo", "Moschino", "Cavalli", "Versace" oder "Philipp Plein".

"Mein Mandant war zu unerfahren", räumte dessen Verteidiger ein. Aber als gewerbsmäßigen Händler von minderwertigen Plagiaten dürfe man den 39-Jährigen nicht ansehen. Mit Hemden hätte der Angeklagte noch handeln können - über eine Boutique in einem Neusser Textilcenter oder auf "mehreren Ständen auf Messen", die seine Frau betreibt. "Man versucht halt, es zu machen", so der Angeklagte.

Aber mit den ganzen Gürteln und dem Rest hätte er angeblich nichts anfangen können. "Ich sehe nicht, wie wir das restlos aufklären können", so der Richter und stellte das Plagiatsverfahren gegen den Angeklagten jetzt ein gegen eine Buße von 500 Euro.

(wuk)
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