| 18.37 Uhr

Rangeleien bei Kundgebung
5.000 demonstrieren gegen Neonazis

5.000 demonstrierten gegen Neonazis
5.000 demonstrierten gegen Neonazis FOTO: rpo
Düsseldorf (dto). Knapp eine Woche vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ist es am Samstag bei einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus in Düsseldorf zu Rangeleien zwischen Gegendemonstranten und Polizisten gekommen. Es flogen Steine und Flaschen auf Polizisten, teilte ein Polizeisprecher mit. Den Gegendemonstranten gelang es, den Demonstrationszug der 200 Neonazis mit Sitzblockaden zu behindern. Die Polizei nahm 80 Personen vorläufig fest, vor allem "aus dem linken Spektrum". Von Falk Janning

Zwei Polizisten wurden verletzt, bilanzierte die Düsseldorfer Polizei am Samstagabend. Ein 16-Jähriger aus dem Sauerland habe einem Beamten mit einem Flaschenwurf vier Zähne ausgeschlagen, ein 26-jähriger Düsseldorfer eine Polizisten durch einen Unterleibstritt verletzt. Über verletzte Demonstranten gibt es bei der Polizei keine Erkenntnisse.

Die Polizei riegelte den Aufmarsch der Rechtsextremisten ab und sorgte dafür, dass sich die Gruppen nicht trafen und die Gegendemonstranten die Straße freimachten. Trotzdem musste der Umzug der Neonazis auf der Oststraße für eine Stunde gestoppt werden. Einige Gegendemonstranten wurden von der Polizei weggetragen, andere in einem Kessel in Gewahrsam genommen. Groß war die Anteilnahme der Passanten, die am Worringer Platz spontan Blätter mit "Nazi Raus"-Parolen malten und lautstark ihren Unmut Luft machten.

Wegen des Aufmarsches der Rechten sowie insgesamt fünf Gegendemonstrationen waren etwa 2.000 Polizisten aus dem gesamten Bundesland im Einsatz.  Nach Polizei-Angaben folgten rund 5.000 Teilnehmer dem Aufruf von mehr als 100 verschiedenen Organisationen von Kirchen über Parteien, Sozialverbände, Gewerkschaften, Kulturvereine und Menschenrechtsgruppen. An einer Kundgebung der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes nahmen nach Polizeiangaben knapp 1.000 Menschen teil. 

An einem anderen Ort kamen rund 1.600 linksgerichtete Demonstranten verschiedener Organisationen zusammen. Unter dem Motto "Düsseldorf gegen rechte Gewalt" zeigten bei der größten Gegenveranstaltung vor der Johanneskirche rund 3.000 Demonstranten den Neonazis "die rote Karte". Schließlich folgten noch rund 200 Menschen dem Aufruf eines Studentenausschusses. Die Polizei sperrte Teile der Innenstadt für einige Stunden komplett ab. 

Für die Demonstration der Neonazis hatte der Düsseldorfer Polizeipräsident Herbert Schenkelberg im Vorfeld strenge Auflagen erlassen. Verboten seien Alkohol, Uniformen, Springerstiefel, Bomberjacken, Trommeln und ein begleitender Musikzug. Um 16.30 Uhr endete der Spuk: Die Neonazis wurden unter starkem Polizeischutz in den Hauptbahnhof und direkt zu den Zügen geführt.

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