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Düsseldorf
59-Jähriger verspielt das Geld seines Sparvereins

Düsseldorf. Anfangs waren Casinobesuche in Aachen für einen 59-jährigen Maschinenarbeiter noch lohnend. "Da war es gut, da habe ich auch mal gewonnen", erklärte er auf der Anklagebank des Amtsgerichts. Dort saß der Mann gestern, weil er in seiner Gewinn-Phase nicht etwa aufgehört, sondern immer weiter gespielt hat - und dabei heimlich das Geld eines Spar-Vereins riskierte und verlor. "Ich hab's verzockt", gestand der Ex-Sparverein-Kassierer knapp. Insgesamt 13.400 Euro seien in den Casino-Kassen gelandet. Dafür verhängte das Gericht eine Bewährungsstrafe von neun Monaten - unter der Auflage, dass der wegen Untreue und Betruges verurteilte Angeklagte jetzt den kompletten Schaden an den Sparverein zurückzahlt.

Mit diversen Ausreden hatte der 59-Jährige bis Ende 2015 zunächst versucht, seinen Mitsparern in einem Café den geheimnisvollen Geldschwund zu erklären. Erst gab er an, er habe als Kassierer die beträchtlichen Einlagen des Vereins "vor dem Finanzamt in Sicherheit bringen wollen", habe alle Beträge nur deshalb nicht aufs Vereinssparbuch eingezahlt, sondern das ganze Geld zuhause und in bar gehortet. Später behauptete er, das Geld sei in seiner Wohnung so prima versteckt, dass er es jetzt selbst nicht mehr finden könne. "War alles nur Blödsinn?", forschte der Richter nach. Von der Anklagebank kam dazu ein Nicken mit hängendem Kopf. Dass der 59-Jährige das fremde Geld der Mitsparer überhaupt zur Spielbank getragen hat, statt es aufs Sparbuch einzuzahlen, habe an einem Kumpel gelegen. "Von dem habe ich mich verleiten lassen!" Und überhaupt sei er ja nur "fünf- bis sechsmal" im Casino gewesen, habe jedes Mal durchschnittlich 2000 Euro verspielt. Am Anfang habe er noch gewonnen und "das Geld auch gleich zurückgelegt". Aber als die Gewinnsträhne zu Ende war, habe er einfach weiter versucht, das verlorene Geld doch wieder zurück zu gewinnen "irgendwie". Als dieser Plan nicht aufging, musste er den Mitsparern kurz vor dem Auszahlungstermin dann doch beichten, dass er die kompletten Beträge weder vor dem Fiskus versteckt, noch verlegt - sondern einfach verspielt hatte.

Der Richter verhängte dafür jetzt eine Haftstrafe von neun Monaten, ausgesetzt zur Bewährung. Und nur unter der Bedingung, dass er mit seinem Arbeitergehalt den Schaden des Sparvereins jetzt nach Kräften ersetzt.

(wuk)
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